Überblick über das Südgebiet zwischen
in den
Allgemeines.
Das Neugebiet Südkameruns zwischen der Alonda-Bai und der Dscha-Mündung, durchweg der Urwaldzone angehörend, zeigt eine b e m erkcns- w erte Verschiedenheit seiner einzelnen Teile : Das dichtbevölkerte und gut ent
wickelte, größte und wertvollste Drittel im Westen, auf der entgegengesetzten Seite ein landschaftlich und gesundheitlich gleichwertiges und nur seiner dünngesäten Bevölkerung wegen hinter jenem zurückstehendes Ostdrittel, und in der Mitte zwischen dem Oberlauf des Iwiiulo (Aina) und dem Uaga- Eluß (einschl.) ein Niederungsgebiet, dessen geringere Entwicklungsaussichten, besonders in seinem südlicheren Teil, irrtümlicherweise mitunter auf unseren Gesamtzuwachs im Süden Kameruns ausgedehnt worden sind. Daß letzterer tatsächlich dem Parallelgebiet nördlich der alten Grenze an Wert und E n t w i c k 1 u n g s m ö g 1 i c h k e i t e n , zum mindesten nicht n a c h s t e h t, ist bereits von berufener Stelle betont und auch auf dieser Bereisung erneut festgestellt worden.
Auch die S c h 1 a f k r a n k h e i t hat hier bei weitem nicht die vielfach gefürchtete Ausdehnung; ihr Vorkommen wurde auf unserem dortigen Neugebiet ü b e r h a u p t nicht, sondern nur südlich des genannten Mittelstückes, und zwar auf dem französischen (südlichen) Iwindo-Ufer in Mvahdi festgestellt, woselbst sich drei Kranke auf dem dortigen Posten in ärztlicher Behandlung befanden; in unseren anstoßenden Gebieten unbekannt, scheint sic erst neuerdings durch den Handelsverkehr in die dortige Gegend verschleppt worden zu sein. Immerhin mahnt die fast allenthalben im Überschwemmungsgebiet der größeren Flüsse vertretene Tsetsefliege zur Vorsicht, wie sic auch, in dem vorstehenden Fall sofort betätigt worden ist.
Bei der dreimaligen Durchquerung des Gesamtgebietes, durch seinen nördlichen, mittleren und südlichsten Teil, ist eine wirkliche M o s k i t o p 1 a g e , wie sie beispielsweise in den Tschadsee-Niederungen oder in den Mangroven des Küstengebietes besteht,
der Monda-Bai und der Dscha-Mündung Ssanga.
nur in dem Fager der Fssabom-Ortschaft Ebel, am Weg Alinkebe—Ojem nahe der Quelle des Ntcm, angetroffen worden; im übrigen überstieg sie, selbst im Niederungsgebiet der Alitte, nicht den sonstigen Durchschnitt im südkameruner Busch.
Derselbe Eindruck besteht hinsichtlich des Vorkommens von ansteckenden K r a n k h e i t e n und Epidemie n unter den Eingeborenen, insbesondere von Alaiaria, Lepra und Pocken, die übrigens ärztlicherseits einem sehr eingehenden Studium unterzogen werden konnten und in einem besonderen Bericht behandelt werden.
Zahlenmäßige Feststellungen der B e v ö 1 k e - r u n g s d i c h t i g k c i t mußten wegen Zeitmangels den eingehenderen Feststellungen durch die Lokalbehörden Vorbehalten werden; soweit auf Grund des Gesehenen und Gehörten zu urteilen, wird beim Vergleich mit den .Parallelgebieten nördlich der alten Grenze ein u n b e d e u t e n d e s AI i n u s i n d c r Ost hälfte unseres südlichen Neugebietes durch ein beträchtliches Plus Seiner West- hälfte r c i c h 1 i c h ' a u f g e w o g e n.
Die für Buschverhältnisse immerhin leidlichen W i 1 d b e s t ä ndc, auch an Elefanten, in den ausgedehnten und unberührten Urwaldstrecken südlich des Dscha-Unterlaufes werden westwärts in dem Al affe spärlicher, als mit der zunehmenden Bevölkerungsdichtigkeit der eigentliche Urwald den Wohnstätten und Farmen mehr und mehr zum Opfer fällt. Einzelne Ausnahmen, wie sie in den wertvollen Holzbeständen am Nduja im Küstengebiet oder den Bcrgwaldungcn an den Quellflüssen des Alwung und anderorts noch anzutreffen sind, ändern wenig an diesem Gesamteindruck.
Die 0 1 ]) a 1 m e ist in dem Neugebiet des Südens noch spärlich vertreten. Nennenswerte Bestände wurden nur im Westen, zwischen Lara und Nkam, angetroffen, im Osten einige wenige Exemplare längs des unteren Dscha, auf ehemaligen .Siedelungsplätzen, und dann noch im AI ittelstück — ein einzelner, wundervoller Palmenhain, mit prächtigen Bäumen jeder. Größe, oasenhaft verloren und viele