Anleitung zum Sammeln und Aufbewahren von Fischen nebst einigen Bemerkungen über lebensgeschichtliehe Beobachtungen.
Es ist sehr schwer, allgemeine Regeln für das Sammeln von Fischen aufzustellen; der Naturforscher von Fach weiss im Allgemeinen freilich Bescheid, muss sich für den einzelnen Fall jedoch gerade so wie der Nichtfachmann an die örtlichen Verhältnisse anpassen. Man setze sich vor Allem mit den Leuten in Verbindung, welche aus dem Fischfang ein Gewerbe machen; dadurch erhält man einen recht erheblichen Theil der Gesammtmenge; besonders, wenn man die Leute dazu bringt, auch solche Fische aufzubewahren, die sonst wegen ihrer Kleinheit oder Ungeniessbarkeit weggeworfen werden; oder wenn man versucht, sich den Fischern beim Fange anzuschliessen. Ferner mache man sich selber ans Fischen. Der Fang mit der Angel und in ganz kleinen und flachen Wasserläufen oder Tümpeln mit dem Kätscher dürfte Niemandem ganz unbekannt sein; über den Angelköder kann naturgemäss nichts Allgemeines gesagt werden. Hat man Arbeitsleute zur Verfügung, so kann man auch regelrecht mit dem Zugnetz fischen; Helfer bekommt man recht leicht, wenn man denselben ausser dem Spasse der Jagd auch einen Theil der Beute gewährt.
Hinsichtlich der weiteren Aufbewahrung müssen sich die Maassregeln je nach den vorhandenen Umständen aus folgender einfachen Betrachtung ergeben. Fische halten sich auf recht lange Zeit am besten in 70prozentigem Spiritus. Um diesen Gehalt aus dem stärkeren im Handel erhältlichen Spiritus herzustellen, verwende man, wenn man kein destillirtes Wasser hat, möglichst kalkfreies, also am besten Regenwasser. Kennt man den Prozentgehalt des zu Grunde zu legenden Spiritus, so kann man die hinzu zu giessende Menge Wasser leicht berechnen; denn der in der Mischung vorhandene reine Alkohol soll sich zu der Gesammtmenge der Mischung verhalten, wie 70 zu 100; bezeichnen wir den Prozentsatz an absolutem Alkohol bei dem zu verwendenden Spiritus als a und die Menge des hinzu zu giessenden Wassers als x, so
erhalten wir die Formel- --= 70 ; x = 100 (a — 70 ). p- r ^en gewöhnlich
100 + x 100 70
in den Handel kommenden 9Öprozentigen Spiritus würde x demnach 37 betragen, d. h. zu einem Liter dieses Spiritus müssen 0,37 Liter Wasser gegossen werden, um eine 7oprozentige Mischung zu gewinnen. — Diese Mischung eignet sich jedoch nur für Fische, deren wässrige Leibesflüssigkeit bereits durch Alkohol ersetzt ist. Legt man frische Fische einfach in 7<Dprozentigen Alkohol und überlässt sie sich selber, so tritt eine so grosse Masse Wasser aus dem Leibe der Fische in die Aufbewahrungs-Flüssigkeit über, dass diese bald zu schwach wird und die Fische