159
Thiere, welche den jungen Thieren in der Färbung noch relativ nahe stehen und welche ich bereits oben erwähnt habe. Das weitere Verschwinden der Chromatophoren in den grau-blauen Flatschen, wodurch auch diese Flatschen allmählich ganz verschwinden, und der Pigmentschwund in allen Chromatophoren welche erhalten bleiben, kann so weit fortschreiten, bis die Thiere auf dem Rücken als Haupt- oder alleinige F'ärbung ein helles Lederbraun zeigen d. h. bis bei ihnen alle restirenden Pigmentzellen braun gefärbt sind.
Früher schon, als dieser Prozess beendet ist, doch bei verschiedenen Individuen auf sehr verschiedenen Entwicklungsstadien, ja selbst bei noch ganz dunkel gefärbten Jungen, können aber ausserdem noch einzelne Rückenstellen völlig pigmentlos werden (Taf. V, Ilg. 3). Die pigmentlosen Stellen sind zuerst punktförmig klein und natürlich in Spiritus weiss. Viele von ihnen dehnen sich indess bald zu riesigen Flatschen aus, indem sie sowohl auf Kosten der benachbarten Hauptfärbung wachsen als auch sekundär miteinander vereinigt werden (so entstehen Thiere wie Taf. V, Flg. 4), und zum Schluss kann dann diese Fleckbildung so weit fortschreiten, dass das ganze Thier (in Spiritus) fast oder ganz weiss gefärbt erscheint. Zwei von solchen total entfärbten Thieren liegen mir vor.
In der Natur verläuft die Umfärbung der Thiere in einer anderen Farbenfolge, weil ihr Verblassen mit der Ausbildung von gelben Interferenzzellen beginnt, die schwarzen Thiere werden dadurch zu dunkelgrünen mit schwarzen Flecken, dann zu dunkelgrünen ohne schwarze Flecke, dann zu braun-grünen mit dunkelgrünen Flecken, dann zu solchen mit brauner Hauptfärbung. Die auf dem Rücken einzelner Individuen entstehenden, im Spiritus weissen Flecken sind in Natur nicht weiss sondern citronengelb, sodass die völlig verblassten Individuen citronengelb gefärbt sind. Diese Naturfarbe der Individuen konstatirte ich an frisch ins Museum geschickten, noch nicht vom Spiritus angegriffenen Vertretern der Art.
Ilylambates argenteus, Pfeff.
Sumpf südlich der Stadt Bagamoyo; 1 Individ.; Stuhlmann S.; 28. Juli 1888; Pfeffer in Stuhlmann X, S. 32 mit Beschreibung.
Familie: Engystomatidae.
Phrynomantis bifasciata (Sm.)
Tanga in Usambara; 10 Individ.; Oscar Neumann S.; darunter ein Individuum mit Fleckenreihen an der Seite statt Längsbänder.
Bagamoyo; 1 Individ.; Irischer S.
Nguru-Berge; 2 Individ.; G. A. Fischer S.; Mus.-Nro. 10663.
Usaramo; 3 Individ.; Stuhlmann S.
Kakoma; eine Abbildung; Böhm S.
Kokotoni; 1 Individ.; Stuhlmann S.; 29. Sept. 1888. Ein Stück der Var. A. Boulenger’s, mit zwei röthlich-gelben Längsbändern und ebenso gefärbtem Steissfleck.
Kokotoni; 2 Individ.; Stuhlmann S.; 24. Okt. 1889; Pfeffer in Stuhlmann X, S. 34. »Var. B. Boulenger, bei denen der Charakter der schwarz- und weissen Längsstreifung nicht gut zu erkennen ist.«
Ohne FTindort; I Individ.; Stuhlmann S.; Pfeffer in Stuhlmann X, S. 34. »Var. B. Boulenger’s, mit ausgesprochener schwarz- und weisser Längsbänderung zwischen den beiden Hauptbändern. Diese Zeichnung entsteht dadurch, dass sich vom Nacken bis zum Steissfleck zwei breite Längsbänder ziehen, die in sich schwarz liniirt sind.« Die P'orm führt in der Färbung hinüber zur nächsten Art.
Böhm schreibt: »Phrynomantis bifasciatus findet man zur Regenzeit in nassen Feldern.«