verbreitet: Kingani, Pangani, Wembere, Aruscha, Ugälla, Tanganyika, Victor ia-Ny an sa.
»Die Nilgans trifft man häufig an schilfigen oder moorartigen Buchten und an den Miessen, welche das Wasser vom Ueberschwemmungsgebiet der Regenzeit den Strömen zuführen. Nicht selten bäumen sie auch auf. Sie entschliessen sich nur schwer zur P'lucht, laufen mit heftigem Geschnatter nur langsam davon und fliegen nach einem Schuss nur auf, um sich gleich darauf wieder niederzulassen. Ihre grosse Anhänglichkeit an einander macht die Jagd sehr leicht. Flügellahm Geschossene werden von den Genossen umringt und begleitet. Wenn die Gatten eines Paares hinter eineinder herziehen, so pflegt die eine ähnlich einer gemeinen Gans zu schnattern, während die andere ein heiseres Aechzen hören lässt. In mondhellen Nächten sind die Nilgänse sehr unruhig und vollführen mit Geschnatter und Gekrächz ein grosses Getöse. Der Hals wird im Laufen auffallend gerade gestreckt, häufig sogar etwas nach oben gekrümmt gehalten« (Böhm).
37. Plectropterus gambensis (L.) — Sporngans
Aium gambensis L. S. N. XII. 1766 p. 195.
L. 1 m, P\ 450—500 mm. Sporn am Pliigelbug. Nacktes Gesicht, Schnabel und P'iisse roth; Kehle, hintere Wangen, Schultern und Unterkörper weiss; Hinterkopf, Hals, Rücken, Schwanz und Miigel schwarz, letztere mit grünlichem und lila Glanz. — Unyamwesi, Victoria-Ny a nsa, Pangani, Kingani, Rongafluss, Bagamoyo, Ugälla, Wualaba, Tanganyika.
»Zum Theil vor Sonnenaufgang, zum Theil später fallen die Sporengänse, von ihren Schlafplätzen kommend, in die Sümpfe und Teiche ein, wo sie tagsüber ihrer Nahrung nachgehen. Manche übernachten indess dort, ohne zu streichen. Ehe die Sporengänse einfallen, kreisen sie regelmässig einige Male. Wir haben sie dann fast stets aufbäumen sehen und zwar mit Vorliebe auf einzelne im Sumpfe stehende, abgestorbene Bäume. Der schwere Vogel steuert schon früh mit nach unten gestreckten Ständern und Hals gegen den allzuheftigen Fall, wobei das Fuchteln seiner mächtigen Schwingen zu einem lauten Brausen wird. Gewöhnlich fangen sie dann sofort an, sich sehr lange zu glätten und zu putzen. Ins Wasser fallen sie sogleich nur dann ein, wenn sie sich völlig sicher glauben. Anzupürchen sind die Sporengänse, wenn sie einmal aufgebäumt haben, nur sehr schwer; Herr Reichard hat wiederholt die Pirfahrung gemacht, dass sie, wenn der Jäger plötzlich bereits in ihrer Nähe sichtbar wird, ganz verwirrt werden und, nicht wissend was sie thun sollen, aufgebäumt bleiben. Auch weit vom Wasser entfernt, in den lichten, den Wald unterbrechenden Savannenbeständen, habe ich Pliige von Sporengänsen aufbäumen sehen, und ebenso verbringen sie die Nacht auf Bäumen. Beim Schwimmen nehmen sie eine sehr stattliche Haltung an. Ihre Plinfallplätze verrathen sich durch die Verwüstungen in Wasserpflanzen und Ufergras, in dem förmliche Pfade getreten sind. Zur Erlegung des grossen, starkbefiederten Vogels ist ein sehr starker Schuss nöthig. Selbst auf verhältnissmässig geringe Entfernung wirken grobe Schrote mit starker Pulverladung oft nicht sofort tödtlich« (Böhm). — »Die Plier sind von gelblich weisser Farbe und messen 71 x 53 mm.« * (Irischer).
VIII. Charadriidae Regenpfeifer
Schnabel hart, in der Regel kurz, nicht über kopflang (Ausnahme Haematopus). Hinterzehe kurz oder fehlend. Im Flügel erste oder zweite und dritte Schwinge am längsten. — Die Regenpfeifer leben bald am Meeresstrande, an See- und Flussufern, bald in Briicher, auf Steppen und im Wüstenland. Sie laufen schnell, fliegen gewandt und haben eine laute, hell pfeifende Stimme.