V ÖGEL.
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Lebensweise aber, insbesondere über das Brutgeschäft, weiss man bis jetzt sehr wenig, und es bleibt künftigen Reisenden Vorbehalten, die Naturgeschichte dieses Charaktervogels des schwarzen Kontinents aufzuklären. Wie es scheint, lebt ein Hahn mit mehreren Hennen auch während der Brutzeit zusammen. Letztere legen ihre Eier in dasselbe Nest. Der Hahn brütet in der Hauptsache allein und wird nur bisweilen von den Hennen abgelöst. Ueber die Zahl der Eier im Neste sind die Angaben sehr widersprechend und gestatten keine einigermassen zuverlässige Annahme. Auch noch während des Brütens sollen die Hennen ausserhalb des Nestes Eier legen, welche — wie angegeben wird — später den ausgeschlüpften Jungen als erste Nahrung dienen. Die Eier des blauhalsigen Strausses sind von denen des rothhalsigen an der Struktur der Schale leicht zu unterscheiden. Bei letzteren ist die Schale glatt und zeigt nur vereinzelt stehende Poren, bei ersteren zeigt die rauhere Schale zahlreiche Grübchen, in welche die Poren gruppenweise münden. — Der Strauss ist nachgewiesen im Massailand und weiter in nordwestlicher Richtung bis an den Victoria-Nyansa, ferner in Gelidja, Ugogo, Unyamwesi und Ussuküma.
II. Colymbidae—Steissfüsse
Lappenhäute an den Zehen; Läufe seitlich zusammengedrückt, vorn scharf, hinten mit zwei Reihen dreieckiger Hornschildchen besetzt, deren Spitzen dornartig abstehen; Krallen breit und platt, diejenige der Mittelzehe am Vorderrande gezähnt; Nasenlöcher in der Mitte des Schnabels gelegen; Flügel auffallend kurz; keine Schwanzfedern. — Die Steissfüsse oder Lappentaucher sind nur durch den auch in Europa heimischen Zwergsteissfuss vertreten. Der Vogel lebt auf kleinen Teichen und nährt sich von Fischen, Insekten und Pflanzen- stoffen. Das Nest wird im Schilfe auf dem Wasser schwimmend aus Schilfblättern erbaut. Die länglichen, dickschaligen, weissen Eier nehmen später von den faulenden Pflanzenstoffen des Nestes eine bräunliche Farbe an.
2 . Colymbus fluviatilis Tunst. — Zwergsteissfuss
(Fig. 6)
Colymbus fhiviatilis Tunst. Orn. Brit. 1771 p. 3.
L. 210—230, F\ 95—100 mm. Oberseite braunschwarz, Hals rothbraun, Unterkörper weiss. Dem jungen Vogel fehlt der rothbraune Hals, die Oberseite ist dunkelbraun. — Igönda, Pangani, am Djipe-See brütend, ebenso im Massailand.
III. Procellariidae—Sturmvögel
Schwimmhäute zwischen den Vorderzehen; vierte Zehe so lang als die dritte; Flinterzehe fehlt, oder es ist nur das Krallenglied vorhanden; Schnabel mit starkem Haken; Nasenlöcher in hornigen Röhrenansätzen auf der Firste des Schnabels gelegen. — Die Heimath der Sturmvögel ist das Weltmeer. Hier suchen sie auch ihre Nahrung, die in Fischen und anderem Seegethier besteht. Nur um zu brüten, suchen sie entlegene Eilande und einsame Gestade auf und legen in F'elslöchern oder selbstgegrabenen Erdhöhlen bei jeder Brut in der Regel nur ein einziges, verhältnissmässig sehr grosses Ei von rein weisser F'arbe. Nahe der Küste von Deutsch-Ostafrika ist bisher nur eine Art, die Sturmschwalbe, beobachtet worden; doch könnten auch die drei anderen nachstehend aufgeführten Arten gelegentlich verschlagen dort gefunden werden.
Ost-Afrika TH, Vögel. 2