119. Aulacodus swinderenianus Temm. — Rohrratte.
Temminck, Monogr. Mamm. 1827, p. 245.
L. 55, c. 20 cm. Oberseite schwarz und bräunlich gelb gemischt; Kinn und Oberlippe weisslich; Unterseite hellgraubraun mit gelbem Schein; Schwanz kurz, spärlich behaart; Hinterrücken vor der Schwanzwurzel rein gelbbraun.
Tanga (Neumann); Monda in den Nguru-Bergen (Emin); Jipe-See (von der Decken); Kingani, Ugalla, Karema (Böhm); auch in West-Afrika.
Kisuaheli: » N d e s i«.
»Man fängt die Thiere in spitz zulaufenden Geflechten, welche man in ihre Gänge bringt und in welche man sie treibt.« (Böhm.)
»Die Rohrratte gräbt sich tiefe Löcher in das von hohem Gras- und Rohrwuchs bedeckte Erdreich.« (Schweinfurth.)
ggtÜ|g
Fig. 30. Aulacodus swinderenianus.
»In den breiten Schilfrändern, welche die Wasserläufe von Eado durchziehen, findet man schmale Pfade gebahnt, die zum Wasser leiten. Stellt man hier eine feste Falle auf, so wird man bald das Thier fangen, dessen scharfe Zähne es allerdings oft genug wieder frei machen. Die Neger schätzen die Rohrratte überall, wo sie vorkommt, als das leckerste Wildpret nach dem Hasen und der Steppenkatze. Dass ihre Zähne scharf sind, ist richtig. Selbst in den schlimmsten Pandanus-Dickichten, in welche so leicht kein anderes Thier sich hineinwagt, findet man ihre Wege. Sie gräbt sich Höhlen, in welchen sie den Tag über auf weichem Grase liegt, um früh und gegen Abend ihrer Nahrung nachzugehen, welche rein vegetabilisch aus zarten Sprossen und würzigen Kräutern besteht.« (Pan in).
»Dieses Thier gräbt sich übrigens nicht, wie man bisher geglaubt hat, unterirdische Höhlen, sondern macht sich in ebenen Gegenden sein Nest aus Stroh im Grase oder auch auf dem Sande. Vorzugsweise hält es sich in den Bambus- und Zuckerrohrfeldern auf, und verursacht sowohl in dem Getreide als auch in den Zuckerrohrpflanzungen grossen Schaden.« (Peters für das Gebiet von rette, Makanga, Boror und Sena am Sambcse.)
Familie: SPALACIDAE. Wurfmäuse.
Die Gestalt der Wurfmäuse erinnert an diejenige der Maulwürfe; die breiten Nagezähne unterscheiden sie aber sofort in ihrer äusseren Erscheinung. Der Körper ist walzenförmig, die sehr kurzen Beine tragen ziemlich lange, wenig gebogene Grabkrallen, die Schnauze ist stumpf, die Öhren und Augen sind unter der Behaarung verborgen und der Schwanz fehlt entweder ganz oder ist sehr klein. Die Wurf mause leben in den tropischen und subtropischen Gegenden der alten Welt.