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Bd. 3 (1896) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : Wirbelthiere / Hrsg. unter Redaktion von K. Möbius
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Säug e t hiere,

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I. Familie: SIMIIDAE. Menschenaffen.

Schwanz, Backentaschen und Gesässschwielen fehlen.

Gattung: Anthropopithecus Blainv. 1839 Schimpanse.

Gesässschwielen und Schwanz fehlen; Vordergliedmaassen viel länger als die hinteren.

Es ist noch nicht bekannt, ob der im deutschen Gebiet lebende Schimpanse ein helles oder ein dunkles Gesicht hat, ebenso wenig, wie die Färbung des jungen Thieres sich von derjenigen des erwachsenen unterscheidet, und ob Männchen und Weibchen gleich gefärbt sind. Schimpansen leben nur im westafrikanischen Urwald-Gebiet bis zu den centralafrikanischen Seen nach Osten.

* 1 . Anthropopithecus troglodytes (L.) Schimpanse.

Finne Gmelin Syst. Nat. Mamm. 1788 p. 26, n: 34.

L. 90 cm. Ohren gross, Pelz schwarz, zuweilen an Lippen, Kinn und After weiss, Schwanz fehlt.

Von Ruhanda durch Kompagnieführer Langheld nachgewiesen.

Kiganda: »Sike«; Manyema: »Soko<. Bei den Wambuba: »Tato«, bei den Wakondjo: »Kitaera«.

II. Familie : CERCOPITHECIDAE. Hundsaffen.

Schwanz und Gesässschwielen vorhanden.

Ueber die Lebensweise der Affen wissen wir noch sehr wenig. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, welchen Werth jede, auch die scheinbar un­bedeutendste Beobachtung für die Kenntniss der Biologie derselben hat. Wir wissen noch wenig über die Nahrung, die Fortpflanzung und die Charakter­äusserungen dieser Thiere, wir kennen nur sehr unvollkommen die Veränderungen, welche das Thier in seiner Gestalt und Färbung von der frühen Jugend bis zur vollen Entwicklung durchzumachen hat, und sind nur schlecht über den Haar- wechsel und die durch denselben bedingte Verfärbung unterrichtet.

Was aber für die Affen gilt, trifft mehr oder minder auch für alle anderen Ordnungen zu.

Darum möge Niemand die von ihm gemachten Beobachtungen für zu gering halten; möge er sie mittheilen zur Förderung der Wissenschaft.

Gattung: Colobus 111. 18u. Stummelaffe. Seidenaffe.

Daumen der Vorderhand verkümmert; Hinterbeine beträchtlich länger als die vorderen; Haare der Schultern und Körperseiten lang, seidenweich, oft zu einer Mähne ausgebildet. Spitze des langen Schwanzes mit einer mehr oder minder buschigen Quaste.

Diese Affen leben in Galleriewäldern auf den Kronen der Bäume und meiden menschliche Ansiedlungen. Ihre Nahrung scheint aus Blättern und Früchten zu bestehen.

Kis.: Mbega, Mbega mdogo; auf Zanzibar: Punju.

Schlüssel der Arten.

Färbung rothbraun, weissgrau und schwarz . . Zanzibar-Seidenaffe.

Färbung schwarz und weiss:

Ganzer Rücken schwarz ..... Weissschulter-Seidenaffe.