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Bd. 3 (1896) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : Wirbelthiere / Hrsg. unter Redaktion von K. Möbius
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Abgesehen von den 30 überall in Afrika südlich von der Sahara vor- ko mm enden und den 50 bisher nur aus Deutsch-Ostafrika bekannten hormen, kennen wir für das Schutzgebiet JO Säugethiere, die im Westen fehlen oder durch geographische k önnen ersetzt werden. \ on diesen sind im Seengebiet gefunden: Cercopithecus rufoviridis (Bukoba), Dendromys (Bukoba), Rhizomys (Bukoba), Georhychus (Karagwe), Felis caligata (Bukoba), Herpestes cafifer (Mpororo), Herpestes gracilis (Bukoba), Helogale (Nassa und Bukoba), Ecpius böhmi (Ostseite des Victoria-Xyansa, Westseite bis zum Kagera), Rhinoceros (ebenso), Sylvicapra grimmia (südwestlich vom Albert-See), Scopophorus (Karagwe); dagegen kennen wir von westlichen Formen ausser den der Ver­breitung nach sehr unbekannten Fledermäusen nur zwei Affen, den Schimpansen und die WAissnasen-Meerkatze und beide nur aus dem fernsten westlichsten Winkel des Gebietes. Bei Bukoba lebt eine für den Osten eigenthümlichc Meerkatze.

Selbst wenn also in der Umgebung des Victoria-Xyansa noch eine .Anzahl von westlichen Formen gefunden wird, so darf man, meiner Ansicht nach, doch nicht die Landschaften am WAstufer des Secs zur westlichen Fauna rechnen. Sie können höchstens neben vielen rein östlichen Formen auch eine Anzahl von westlichen Formen aufweisen, und demnach eine Mischfauna besitzen, so dass sie als Uebergangsgebiet zwischen dem Osten und WAsten anzusehen waren.

Ueber das Beobachten und Sammeln von Säugethieren.

Ls ist dringend nöthig, dass jeder, der Beobachtungen über die Säuge- thiere von Deutsch-Ostafrika anstellen kann, keine seiner Xotizen für zu gering achte, jede der Wissenschaft zur Verwerthung darbietc. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir noch nicht einmal wissen, wie der Pavian, wie die grüne Meerkatze der Küste aussieht, dass wir über die Hausthiere des Schutzgebietes sehr schlecht unterrichtet sind, dass wir weder die Giraffe, noch das Warzen­schwein, weder die Schakale, noch die Wildkatzen des Gebietes genügend kennen, kurz, dass über jedes Saugethier, möge es heissen wie es wolle, jede Mittheilung willkommen ist.

Besonders wichtig sind alle Angaben über die Fortpflanzung, Geschlechts­und Altersunterschiede, Wanderungen, Nutzen und Schaden, Sommer- und Winterkleider, einheimische Bezeichnungen, Nahrung, Charakter der von den Thieren bevorzugten Oertlichkeit etc.

Man wende sich an die Adresse des Königlichen Museums für Naturkunde zu Berlin, Zoologische Sammlung; dort wird man jede gewünschte Auskunft und Anweisung erhalten.

Damit es möglich sei, den grössten Nutzen für die Wissenschaft aus irgend einem gesammelten Gegenstand zu ziehen, ist es nöthig, denselben genau zu etikettiren. Zu diesem Zwecke bindet man mit einer guten, starken Zuckerschnur oder einem dünnen Bindfaden an das Objekt einen Zettel aus 1 eigament oder starkem Papier; bei kleineren Gegenständen (zarten Schädeln, kleinen Säugethieren, wie Mäusen, Spitzmäusen, Fledermäusen) genügt ein Zwirnsfaden zur Befestigung. Auf den Zettel schreibt man entweder nur eine Nummer, welche derjenigen in einem zu führenden Tagebuche ent- spiicht, odei man verzeichne auf dem Zettel selbst alles Wlssenswerthe. I olgende Angaben sind wichtig: die Nummer des Sammelobjektes, der genaue