Einleitung.
Posen und Westpreußen sind im Sinne des Wilsonschen Punktes 13 niemals unzweifelhaft polnisches Land gewesen. Im Gegenteil: Westpreußen verdankt alles, was die Gegenwart aus der Vergangenheit übernommen hat, was es an historischen Erinnerungen und Schätzen besitzt, dem Deutschtum; und auch in Posen ist es in aller Geschichte das Deutschtum gewesen, das die Provinz wirtschaftlich und kulturell vorwärts gebracht hat. "Schon der erste selbständige Posener Fürst, Mieszko II!. (1142—1202), zog zur Hebung der Landeskultur deutsche Cisterziensermönche aus der Nähe Kölns ins Land; das dreizehnte Jahrhundert sah dann in breitem Strom deutsche Bauern und Bürger nach Posen hineinfluten. Von den polnischen Fürsten, namentlich Wladislaus Odonicz, Przemisl !., Boleslaus dem Frommen und Przemisl II. (1202—1296) herbeigerufen und unter Leitung der Kirche, besonders des Cisterzienserordens, kamen die deutschen Bauern scharenweise nach Posen gezogen; sie brachten die technischen Kenntnisse und die Arbeitskraft mit, die zum Austrocknen der Sümpfe und zum Roden der Wälder gehörten; sie waren doppelt so leistungsfähig wie der polnische Bauer. Wenn das Landmaß, nach dem das Land an die deutschen Kolonisten vergeben wurde, die deutsche Hufe, zu 30, die polnische nur zu 15 Morgen gerechnet wurde, so bedeutete das nichts anderes, als -daß die deutsche Landwirtschaft mit ihren besseren Geräten und der größeren Erfahrung des Bauern zur selben Zeit das Doppelte leistete als die slawische. Wie gewaltig diese Kolonistenzüge waren, beweisen am besten die zahlreichen Städte, die die polnischen Fürsten mit ihnen gründen konnten. Nach schlesischem Muster wurden diese Städte nach bestimmtem Schema angelegt und ebenso wie übrigens viele Bauernsiedlungen mit deutschem Rechte bewidmet. Damals entstanden die Kolonialstadt Gnesen neben der alten Landeshauptstadt als erste deutsche Kolonialstadt (vor 1243), ferner Powidz,