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benachbarte Dörfer, kaum je weiter nach auswärts betrieben wird. Aber immer ist dieser Handel ein privates Handelsgeschäft zwischen Käufer und Verfertiger, nie ein Kauf auf öffentlichem Markt. Daher dreht sich aller Handel (außer um Lebensmittel, von denen der eine oder der andere einmal zu wenig haben mag) um Erzeugnisse des Handwerks, die — immer ohne Zwischenhändler — vom Produzenten unmittelbar an den Konsumenten verkauft werden. Einzig die Mbum-Neger in Tibati, die aber nicht als Einheimische zu betrachten sind, vertreiben ihre Flechtarbeiten durch den Haussa-Händler, die sie als „Haussa- Matten“ weithin verbreiten, soweit die Grenze ihres Handels reicht. Der Handel ist nicht ein Tausch von Ware gegen Ware, sondern ein regelrechter Kauf mit einem überall anerkannten Zahlungsmittel, der Kaurimuschel, die auch heute noch unter den Eingeborenen neben deutschem Nickel- und Silbergeld gilt.
Der Handel mit andern afrikanischen Völkern
Das von Alters her am meisten in das Ost-Mbamland eingeführte Produkt ist das Salz. Die Eingeborenen gewinnen im eigenen Land kein Salz, abgesehen von der sehr minderwertigen Lauge, die sie hie und da aus Pflanzenasche her- stellen. Haussa und Bamum führten als Zwischenhändler das Salz von Norden und Westen in das Ost-Mbamland ein und zogen damit hausierend von Dorf zu Dorf. Auch heute noch ist Salz der erste Handelsartikel, 1 / i kg wird mit 25—50 Pfg. bezahlt.
Der Bamumhändler brachte auch viel Palmöl, da im westlichen Grashochland die Ölpalmen weniger auf Saft angezapft werden und daher reichere Ölernten geben als östlich des Mbam.
Als Lieferant von Stoffen spielte der Haussa die erste Rolle. Er brachte die aus schmalen, handgewebten Streifen zusammengenähten Tücher und Gewänder, die im nördlichen Kamerun von andern Völker hergestellt werden; und da jeder Neger das Verlangen nach Kleidung hat, wurden „Haussa-Stoffe“ viel und rasch abgesetzt. Der Neger zahlte mit Lebensmitteln, mit Öl oder Klein- Vieh, es war ein richtiger Tauschhandel. Der wertvollste Handelsartikel des Haussa aber war und blieb das Groß-Vieh, von dem er früher hauptsächlich Pferde den Wutehäuptlingen brachte.
Auch hier ist der Haussa wie überall im tropischen West-Afrika der Zwischenhändler. Mit wahrem Geschäftsinstinkt weiß er sich jeder Lage anzupassen, jede Gelegenheit auszunutzen; er verschmäht nicht den kleinsten Vorteil beim Hausieren, breitet täglich vor seiner Hütte alle seine Waren aus (Tafel 21) und wartet geduldig auf Käufer; unermüdlich preist er seine Schätze an, ein zäher Händler, der auch Gefahren nicht scheut, wenn großer Gewinn winkt. Als die ersten Europäer das Ost-Mbamland betraten, handelte der Haussa für Pferde, Kleidungsstücke, Waffen, Lederwaren, Flechtarbeiten und Perlen zumeist Sklaven und Elfenbein ein. Die Sklaven wurden nach Norden in die islamische Welt verkauft, das Elfenbein an die englische Niger-Company.
Soweit der unmittelbare Einfluß der F u 11 a h in das Ost-Mbamland reichte, hatten sich richtige Märkte entwickelt, an denen die Haussa den lebhaftesten Anteil