Teil eines Werkes 
T. 2 (1916) Anthropogeographie des Ost-Mbamlandes
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und Löwen ist die Jagd dann besonders gefährlich, weil der Jäger unerwartet von einem gereizten oder verwundeten Tier angenommen werden kann.

Der Fischfang wird gleichfalls meist in der Trockenzeit betrieben: das Wasser selbst der großen Flüsse fließt dann so ruhig, daß der Eingeborene seine großen Reusen auslegen kann, ohne daß sie fortgerissen werden. In den kleinen Bächen, die in der Trockenzeit sehr seicht sind, dämmen die Weiber das Wasser ab und fangen die Fische mit großen Handnetzen. Das Fischstechen wird in klaren Gewässern von einzelnen geschickten Männern geübt mit besonderen Fischspeeren.

Jagd und Fischfang dienen heute nur zur Ernährung. Die Jagd auf den Elefanten, die in früheren Jahren außer dem begehrten Fleisch auch das kost­bare Elfenbein für den Handel lieferte, hat ganz aufgehört, seit Haussa und Fullah in ihrer Gier nach diesem wertvollen Produkt die früher bedeutenden Elefantenherden ausgerottet haben.

Sammeltätigkeit

Neben dem, was der Mensch durch Hackbau, Viehhaltung, Jagd und Fisch­fang an Nahrungsmitteln gewinnt, bietet ihm auch die natürliche Pflanzenwelt und die Klein-Fauna allerhand Nahrung, die er sich in gelegentlicher Sammel­tätigkeit verschafft. Da seine Ernährung davon aber gar nicht abhängt, sammelt er nie planmäßig, er nimmt mit, was er zufällig findet. Diese Sammeltätigkeit ist ganz bedeutungslos.

Von großer Bedeutung für das Wirtschaftsleben hingegen war einige Jahre hindurch die dem Handel dienende Sammeltätigkeit, als die Eingeborenen lernten, für den Europäer den wilden Kautschuk der Wälder zu zapfen. Rücksichtsloses Anzapfen der Bäume und Lianen hat rasch zu starker Ver­minderung der reichen natürlichen Bestände geführt; in geringem Um­fang wird heute wohl noch im Ost-Mbamland Kautschuk gesammelt, doch muß in absehbarer Zeit mit völliger Vernichtung dieses Wirtschaftszweiges gerechnet werden.

Handwerk und Gewerbe

Für alle Geräte und die notwendigste Kleidung findet der Bewohner des Ost-Mbamlandes die Rohstoffe im Lande selbst. Wäre er von allem Verkehr mit der Außenwelt abgeschlossen, könnte er doch die für sein Leben und seine Wirtschaft nötigen Webereien, Flechtwerke, Töpfer- und Schmiede-Arbeiten ausführen, auch nicht ein Rohstoff würde ihm fehlen. Der einzige Handwerks­zweig, der sein Material aus andern Gegenden bezieht, ist der Gelbguß. Aber dies Kunsthandwerk wird ja gerade dadurch charakterisiert, daß es nur Schmuck­sachen und Prunkpfeifen hervorbringt, nicht notwendige Gebrauchsgegenstände.

Die Unabhängigkeit des Handwerks eines eng begrenzten Landes von aller Einfuhr an Rohmaterial ist nur auf einer einfachen Kulturstufe möglich, setzt aber einen gewissen natürlichen Reichtum an Schätzen des Bodens