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tieren, selbst nicht im Sudan. Bei seiner Art der Feldbestellung könnte er jedes Haustier entbehren.
Das einzige Gerät, dessen sich der Neger im Ost-Mbamland wie anderswo bedient, ist die Hacke aus selbstgeschmiedetem Eisen an hölzernem Stiel; er kennt auch nicht den Spaten, der bei unsrer Gartenkultur vielfach längst die Hacke verdrängt hat. Der Bewohner des Ost-Mbamlandes treibt also — um das von Eduard Hahn geprägte Wort zu gebrauchen — wie alle andern Neger Hackbau.
Der tropische Hackbau ist dem Charakter des Negers vollkommen angepaßt, der nur für seinen ganz persönlichen Bedarf und für seine allernächste Zukunft, nur zur Befriedigung seiner aller-unmittelbarsten Lebensbedürfnisse arbeitet. Im periodisch trocknen Klima des Ost-Mbamlandes im besondern baut der Eingeborene wohl Feldfrüchte auf Vorrat, aber wieder nur für sich selbst, nie im ursprünglichen Zustand von sich aus für andere, des Erwerbs wegen. Die Methode der Bebauung des Bodens ist gleichfalls primitiv, gemessen an unserm Ackerbau mit Düngung und Fruchtwechsel. Am Boden wird vielfach ein förmlicher Raubbau getrieben. Der Mensch bebaut den Boden so lange, bis er ihm alle Nährkraft entzogen hat; irgendwelche Düngung führt er ihm nicht zu, ebensowenig wird ein Fruchtwechsel oder gar eine geregelte Fruchtfolge geübt, man baut meist jahraus-jahrein dieselbe Frucht auf demselben Feld. Ist der Boden endlich so ausgesogen, daß er nichts mehr hergeben kann, überläßt man ihn wieder der Natur. Dabei ist der Boden arm an mineralischen Nährstoffen 1 , daher die Fruchtbarkeit der Äcker von so kurzer Dauer, daß schon nach wenigen Jahren eine längere Brache eintreten muß. Selbst humusreicher Waldboden gibt höchstens 5 Jahre Ertrag, Savannenboden gar nur 2 Jahre; die folgende Brache muß hier mindestens 3 Jahre dauern, wird aber meist viel weiter ausgedehnt. Daher ist der Neger in ganz kurzen Zwischenräumen immer wieder gezwungen, neuen Boden dem Anbau zu eröffnen durch Roden des Waldes oder der Savanne. Die Arbeit des Waldrodens ist recht bedeutend, die des Rodens der Savanne ganz gering. Es ist charakteristisch, daß der schon lange in seinem Lande seßhafte und zum Wandern wenig geneigte Tikar die größere, anstrengende Arbeit nicht scheut und seinen Acker mit Vorliebe auf Waldboden anlegt. Der Wüte aber, der vor ganz kurzer Zeit noch im Südwärts-Wandern begriffen war, legt seine Felder häufig auf der Savanne an: die Arbeit ist hier leicht und schnell getan, ihr Erfolg hält dafür aber nicht lange an. Auch mag beim Wüte die Überlieferung mitsprechen, im waldarmen Sudan kann der Mensch seinen Acker eben nur auf der Grasflur anlegen.
Die Kulturpflanzen
Eduard Hahn 2 stellt ganz allgemein den Knollenbau als Typus des tropischen Hackbaus auf und weist dem Anbau von Getreide eine gewisser-
1 Jahresbericht 1911/12. ;S. 69.
2 Ed. Hahn. Demeter und Baubo. S. 8.