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Sawaii.
Regierung. Sie drohte Spreckles, seiner Linie die Subvention zu entziehen, wenn er nicht den amerikanischen Hafen Pago-Pago anlaufen ließe. Um die Post überhaupt befördern zu können, mußte die deutsche Regierung in Apia mit Mühe und Not und großen Kosten einen eigenen Fünfnndvierzig-Tonnendampfer mieten, der alle drei Wochen von Apia nach Pago-Pago fährt. Im Januar des Jahres 1901 kam dieses Dampferlein mit der kaiserlichen Post und Passagieren nach Pago-Pago, aber der große amerikanische Schnelldampfer war schon vierundzwanzig Stunden vor der fahrplanmäßigen Zeit weitergefahren. Ob es nicht möglich wäre, mit den kanadischen Pacifiedampfern eine Vereinbarung zu treffen, daß sie in Apia anlaufen? Das wäre wohl die einfachste Lösung. Auf die Dauer sind derlei elende Verkehrszustände nicht haltbar, und eine eigene Dampferlinie unter deutscher Flagge nach Australien oder Nordamerika würde mindestens eine Subvention vom Reiche im Betrage von einer halber: bis dreiviertel Millionen erfordern. Die Verwaltung von Samoa kann dazu nichts beitragen, denn der ganze Etat dieser neuesten Kolonie des Deutschen Reiches beläuft sich auf hunderttausend Mark.
Es ist auch nicht viel Zeit zu verlieren. Apia hat sich im Laufe der Jahre zu einem ansehnlichen Handels- und Verkehrsmittelpunkt in der Südsee emporgeschwungen, und gerade während seiner steigenden Entwickelung wird er jetzt nun einfach aufs Trockene gesetzt. Apia hatte den Handel von Pago-Pago und von Fidschi an sich gezogen, jetzt aber haben die Verkchrsverhältnisse zur Folge, daß sich sowohl Fidschi wie Pago-Pago auf Kosten Apias entwickeln, das zwischen ihnen sitzt wie zwischen zwei Stühlen. Ist einmal der Handel und Verkehr in andere Bahnen gelenkt, dann ist es sehr schwer, ihn wieder zurückznzwingen, und die Sache verdient deshalb ernste Beachtung und rasches Eingreifen.
er in Samoa noch das unverfälschte Leben und Treiben der Eingeborenen und
dazu ein paradiesisches Land in seiner ganzen Ursprünglichkeit kennen lernen will, so wie es noch vor der Herrschaft der weißen Rasse war, der darf sich nicht mit einem Besuche der Insel Upoln und ihrer Hauptstadt Apia begnügen, sondern muß nach der größten Samoainsel, nach Sawaii.
Hat Sawaii noch keine Umsiedlung, wo auch nur zwei Weiße beisammen wohnen würden, hat es noch keine größeren Plantagen, keinen Regierungssitz, keinen Hafenort, so liegt die Ursache in seiner Abgeschlossenheit. Es liegt gar nicht weit entfernt von Upoln, und wer von der Westspitze dieser langgestreckten, bewaldeten Insel seinen Blick nach Sonnenuntergang wendet, der wird aus den blauen, langgestreckten Wellen der ungeheuren Wasserwüste die mächtigen Höhenzüge Sawaiis durch die dunstige Atmosphäre
Sawaii.