herbertshöhe, die Hauptstadt des deutschen Südseegebietes.
tz -seber den Bismarckarchipel sind bis auf die jüngste Zeit keine besonders günstigen ^Berichte nach Europa gekommen, und deshalb giebt sich der Reisende, der nach jerbertshöhe fährt, auch keinen großen Erwartungen hin. Als ich, von Neuguinea ommend, in den Georgskanal einfuhr, welcher die beiden größten Inseln des Archipels, Uupommern und Neumecklenburg, trennt, als ich die dräuenden, wolkeuumzogenen Ge- irge des letzteren, die steilen, von der Brandung umtosten Küsten des ersteren wahrahm, kamen mir all die Schaudergeschichten in den Sinn, die sich seit der ersten Zesiedelung dieser Inseln hier abgespielt haben, die fortwährenden blutigen Kämpfe mit en wilden Eingeborenen, die Angriffe auf Stationen und die Eroberung von Schiffen, ie Abschlachtnng von Weißen durch die grausamen Kanaken; dann das schreckliche Ende er abenteuerlichen Expedition des französischen Marquis dc Rays, deren Mitglieder roßenteils auf den Inseln ihren Töd fanden; dann Zwistigkeiten zwischen den Händlern; ie Ranbzüge der spanischen, englischen und amerikanischen Sklavenschiffe nach diesen lüften, um auf ebenso hinterlistige wie grausame Weise Arbeiter für ihre Minen und Zlantagen zu kapern; später die in der ersten Zeit wenig geregelte Verwaltung der iengninea-Gesellschaft, ihre stets wechselnden Maßnahmen und ihr Hader mit Kaufleuten, Pflanzern und Missionaren. All das innerhalb zwei Jahrzehnten und zwischendurch ie fortwährenden Menschenfressergreuel, nicht etwa in entferntem Gegenden, sondern erade hauptsächlich auf der von vielen Weißen bewohnten Gazellenhalbinsel, längs deren lüften wir eben dahindampften; Menschenfresserei, getrieben ausschließlich aus Lust auf llenschenfkeisch, Jagden auf Menschen, auf Bewohner befreundeter Nachbardörfer, die lau im Walde hinterlistig tötet, schlachtet und verspeist. Noch in Neuguinea wurden >ir grauenhafte Geschichten darüber aus den letzten Wochen erzählt; ein Dutzend harm- 'ser Menschen wurden innerhalb eines Zeitraumes von kaum vierzehn Tagen in der ahen Umgebung von Herbertshöhe gespeert und gebraten. Unter diese Leute sollte ich an kommen, um hier zu wohnen und die Gegenden zu bereisen.
Die letzten Kolonien, die wir auf unserer Reise nach Neuguinea berührt hatten, waren e holländischen Makassar, Amboina und Banda. In allen hatten wir alte, kanonen- ^spickte Forts und Burgen gesehen, und in Anbetracht der schrecklichen Ranbzüge auf