Ausflüge auf der Gazellenhalbinsel.
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türkischen Angriffen schützt. Ilebrigens hat er I)i(! angeworbenen Leute regelmäßig Hüll) ihrer Hemmt zurückgebracht. Ihre Verwandten erhalten beim Anwerben so reichliche Geschenke, daß sein Erscheinen in vielen Orten freudig begrüßt wird.
Für diese Werbetätigkeit ist nun Mioko der Zentralpnnkt. Wie mir der Leiter der Station, Herr Schultze, übrigens mitteilte, soll demnächst auch ein größerer Landstrich dort für eine Kokosnußplantage gewonnen werden.
Auf der Rückfahrt von Neulauenbnrg nach Neupommern (wie heimatlich diese Namen in der fernen Südsee klingen!) nahmen wir den Weg zwischen der Insel Utnan und den gefährlichen Korallenriffen, die sich bis zu der Insel Kerawara im Süden erstrecken. Auch Herr Schultze nahm die Gastfreundschaft des Missionsdampfers in Anspruch, da vorderhand weder er noch irgend eine im Archipel ansässige Firma über einen Dampfer für den lokalen Verkehr verfügt. Die malerische Küste Neupommerns mit ihren herrlichen Palmenwüldern und den dazwischen eingestreuten Pflanzerhäusern lag vor uns, und über sie ragte der steile Kegel des über sechshundert Meter hohen Varzinberges hoch empor. Der Horizont wurde in weiter Ferne von den scharf gezackten Ketten der Bniningberge abgeschlossen, die, an der Westküste der Gazellenhalbinsel gelegen, bisher zu Lande nur von einem einzigen Europäer, dem katholischen Missionar Pater Rascher, erreicht worden sind. Pater Rascher leitet die Mission St. Paul in den Bainingbergen, und alle Kenntnis, die wir von den dort lebenden Ureinwohnern dieses Landes besitzen, stammt hauptsächlich von diesem kühnen und thatkräftigen Manne.
Ausflüge auf der Gazellenhalbinsel.
tV^on Herbertshöhe aus sind die West-, Süd- und Ostküste der nur durch einen X/schmalen Hals mit der Hauptinsel Neupommern zusammenhängenden Gazellenhalbinsel hundertundfünfzig bis hnndertundsiebzig Kilometer in gerader Linie entfernt; aber wenn diese Küsten überhaupt einigermaßen bekannt sind, so ist dies allein dem Schiffsverkehr zuzuschreiben. Das Innere zu durchdrängen, hat seltsamerweise noch keiner der vielen auf der Halbinsel ansässigen Kaufleute, Pflanzer und Beamten gewagt. Die letzteren sind freilich zu beschäftigt, als daß sie auch nur einen Tag, geschweige denn eine Woche für eine solche Expedition übrig hätten. Die Pflanzer und Kaufleute hätten aber gewiß die Zeit dazu, denn es wird an Picknicks, Jagden, gesellschaftlichen Zusammenkünften hier ganz erhebliches geleistet. Sie haben überdies eingeborene Arbeiter und Diener in so großer Zahl zur Verfügung, daß es an Trägern und Begleitmannschaft für eine solche mehrtägige Reise keineswegs fehlen kann. Alv Bedienung ständen ihnen außerdem Soldaten zu Gebote. Dennoch ist in dieser Hinsicht