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Die Eingeborenen von Neupommern.
Nachdem ich noch von der Mission einige Photographische Aufnahmen gemacht, mußten ^ wir Vlavolo verlassen, um noch vor Einbruch der Nacht die jenseits der Berge gelegene ' Blanchebai zu erreichen. Zu unserer großen Freude gab uns Pater Bley das Geleite. ! Er hat ja auf seinem entlegenen Posten nur wenig Gelegenheit, mit Weißen zu verkehren. Selten kommt jemand an diese Küsten, und nur in den letzten Tagen waren - verschiedene Offiziere der Kriegsschiffe Seeadler und Möwe auf ihren Streifzügen Gäste in seinem bescheidenen Heim gewesen. '
Der Weg führte uns zunächst durch weite Plantagen von Bananen, Taro- und Kokospalmen, dann in dem tief ausgewaschenen steinigen Bett eines Wildbaches auf- '
wärts auf den gegen dreihundert Meter hohen Natawulpaß, von wo wir die entzückendste Aussicht auf die drei Vulkane, das Meer und die stille zu unseren Füßen liegende Blauchebai mit ihren Inseln genossen. Das ganze Bild erinnerte mich lebhaft an die schönsten Gegenden, die ich in Japan gesehen habe, und in Herbertshöhe ist alle Welt Pater- Bley dankbar, daß er diesen Weg über den Paß von seinen Leuten herstellen ließ, ja f größtenteils sogar selbst gebaut hat.
Die Sonne vergoldete noch die Spitzen der Vulkane, als wir eben den Fuß des Bergzuges erreichten, um auf Kanakenpfaden die Ufer der Bai und das dort unser harrende Boot zu erreichen. Brusthohes dichtes Gras bedeckt hier den Boden, und auf ^ dem kaum fußbreiten, gar nicht sichtbaren Pfade einherschreitend, kam es mir in der . rasch eintretenden Dämmerung vor, als ob ich durch Wasser watete. Durch gegen- f seitige Zurufe fanden wir endlich die palmenbedeckte Uferstelle, wo das Ruderboot der Mission harrte. Eine Stunde später waren wir wieder auf der Handelsstation in Matupi, ' um nach kurzem Abendbrot den Weg nach Herbertshöhe fortzusetzen. Erst gegen zwei Uhr- morgens erreichten die müden Ruderer dieses Ziel.
Die Eingeborenen von Neupommern.
^ ^eber das Leben und Treiben der Eingeborenen von Neupommern haben die Missionare -^^der verschiedenen Stationen, die mitten unter den Kanaken seit Jahren wohnen und fast ausschließlich auf den Verkehr nrit ihnen angewiesen sind, sehr bemerkenswerte Aufzeichnungen gemacht. Besonders Pater Bley, der langjährige Leiter der Station Vlavolo auf der Gazellenhalbinsel, hat sich darin hervorgethan, und von seinen Gesprächen während unserer gemeinschaftlichen Spaziergünge wie von seinen Berichten an die sehr interessanten Monatshefte des Missionshauses von Hiltrup bei Münster sei folgendes wiedergegeben! „Die Eingeborenen von Neupommern sind ungefähr von derselben Größe wie die Europäer, dazu sehr schlank und regelmäßig gebaut. Mißgestalten giebt es hier weniger als bei Europäern. Die Kinder haben sehr schöne, regelmäßige Gesichtszüge, und wenn reinlich gehalten werden, wie die Kleinen in unseren Erziehungsanstalten, so können fit
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