Plantagenleben aus der Gazellenhalbinsel.
^^ie Haupteinkünfte der auf der Gazellenhalbinsel ansässigen Weißen stammen c»>» /^/dem Ertrag der Kokosnnßplantagen. Die hier etablierten Handelsfirmen, Nc Forsayth L Co., Hcrnsheim ^ Ca., Montan, Neuguinea-Gesellschaft treiben daneben mich einen ausgebreiteten Handel mit den Eingeborenen im ganzen Archipel, bis zu den Admiralitätsinseln und den östlich von Nenmecklenburg liegenden Eilanden. Uebernll dort sind weiße Händler ansässig, die teils selbst Plantagen besitzen, teils von den Eingeborenen ihres Bezirks die Naturerzengnisse, vornehmlich Kopra, Perlmutterschalen und Seewalzen sein bei den Chinesen als krüftebelebendes Mittel sehr beliebtes Seetich eintauschen. Die Tauschwaren, hauptsächlich Tabak, Stoffe, Glasperlen, Eisenwerkzeuge, werden ihnen von dem Haupthause zu bestimmten Preisen geliefert.
Ungeachtet dieses ausgebreiteten Handels ist auch bei den genannten Firmen Kostn, das Erzeugnis der Kokosnnßplantagen, die wichtigste Einnahmequelle. Die größten Plantagen dürften wohl die Firma Forsayth L Co. und die Neuguinea-Gesellschaft besitzen. Beide Firmen haben mehrere Quadratkilometer Land mit Kokospalmen bepflanzt. Der Besitz der Firma Forsayth (sie ist amerikanischen Ursprungs, heute aber eine deutsche zu nennen, denn einer ihrer Teilhaber, Herr P. Kalbe, ist Deutscher) umfaßt im ganzen dreißig Quadratkilometer, ein kleines Fürstentum für sich, aber die Plantagen der Neuguinea-' Gesellschaft dürften den vorgenannten, wenn überhaupt, so doch nicht viel im Mete nachstehen. Glücklicherweise befindet sich die Leitung der Neuguinea-Gesellschaft hier in ausgezeichneten Händen. Der Administrator, Herr Geister, ein geborener Sachse, hat sich seiner schwierigen Aufgabe schon seit Jahren mit vieler Sachkenntnis, unendlichem Fleiß und großer Ausdauer hingegeben, und wenn irgendwo in den ausgedehnten Länder« der Gesellschaft, so werden sich zunächst hier entsprechende Einnahmen für das von der l Gesellschaft in der Südsee verwendete Millionenkapital zeigen. Als souveräne Lenken» t der Geschicke der Südseeländer hat sich die Gesellschaft nicht bewährt, aber für dieses Fiasko wird sie in dem Ertrage ihrer gewaltigen Plantagen Tröstung finden können. Es war mir eine Freude, unter fachmännischer Leitung diese Plantagen zu besuchen nnd - die einzelnen Tropenknltnren, die mir schon von Ost- und Westindien bekannt waren, auch hier kennen zu lernen. Vortreffliche Fahrwege durchziehen das ganze, viele Quadratkilometer große Gebiet, das von der Küste ausgehend bis weit ins Inland reicht. Nicht weniger als tausend Hektar sind hier mit Kokospalmen bepflanzt, die der Greife entgegengehen nnd zürn Teil bereits Früchte zeitigen. Rechnet man den durchschnittlichen Ertrag eines Hektars auf hnndertfünfzig Mark, so würden binnen wenigen Jahren die Einnahmen der Gesellschaft aus der Kokospflanzung von Hcrbertshöhe allein sich auf hnndertfünfzigtansend Mark belaufen. Selten habe ich schönere und besser gepflegte Palmenpflanzungen gesehen. Die Bäume stehen in regelmäßigen Abständen voneinander, das Unkraut ist überall ausgejätet, nnd auf dem frischen, saftigen Gras im Schatte» der Bäume weiden Pferde und das ganz vortrefflich aussehende Hornvieh. Nach lange» Versuchen ist es geglückt, eine Mischung von australischem und hinterindischem Bich Z»