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Plantagen- und ArbeiterverhLltnisse in Friedrich-Wilhelmshasen.
Friedrich-Wilhelmshafen ist nicht nur ein Hauptsitz der Neuguinea-Gesellschaft, sondern auch der Sitz der Kaiserlichen Verwaltung von Neuguinea. Betritt man vom Schiffe aus das Festland, so dehnt sich zur Linken der Hafenanlagen ein weiter, umhegter Palmengarten aus, an dessen Ende fast unmittelbar am Wasser das unscheinbare Verwaltungsgebäude liegt. Hinter demselben befinden sich die Kasernen für die wenigen PoliZcilente, durchweg Schwarze,- dann einige Holzhütten für die Arbeiter und endlich das Gefängnis, in welchem zur Zeit etwa vierzehn Sträflinge untergebracht sind. Sie werden unter Aufsicht der Polizei zu den notwendigen Straßen- und Gartenarbeiten verwendet. Die hübsche, ansprechende Villa des Regierungsvertreters, zugleich kaiserlichen Richters, befindet sich etwas weiter auf einer mit Gartenanlagen geschmückten, weit vorspringenden Landzunge. Im ganzen verfügt das Reich hier über drei europäische Beamte, drei chinesische Handwerker und etwa sechzehn Polizeileute. Im Hafen liegt ein kleiner, nicht einmal den bescheidensten Anforderungen entsprechender Segelschoner. Das ist alles. Mit diesem winzigen Apparat soll die Ordnung in einem Gebiete aufrechterhalten werden, das die Ausdehnung von ganz Westdeutschland erreicht und über 120000 Einwohner besitzt. Jeder größere Marktflecken in Deutschland verfügt über größere Mittel, und es ist geradezu beschämend, wenn man die ewigen Verlegenheiten der Beamten wahrnimmt, die Strafexpeditionen gegen Aufständische hier und dort auf hundert oder tausend Kilo- meter Entfernung vom Regierungssitz unternehmen sollen, auch blutige Kämpfe ans- zufechten haben, Entdeckungsreisen und Expeditionen in das Innere des Landes unterstützen sollen, ohne die notwendigsten Mittel dazu zu haben. Glücklicherweise sind diese bietende,!^ Schwierigkeiten nur vorübergehende, denn der Reichstag hat die Mittel für einen egebietes l Regierungsdampfer bewilligt. Der Etat ist ausreichend, und kommt der Dampfer recht-
den PD ä^ig, nicht erst nach Jahren heraus, dann wird sich alles bald zum besseren wenden.
(-Friedrich-Wilhelmshafen hat die Periode des teilweise durch die Verhältnisse bedingten Zickzackknrses nun wohl überstanden, und die Bedeutung, die es trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten erlangt hat, sichert ihm auch die weitere Entwickelung, zumal der Regierungssitz von Dentsch-Neugninea hierher verlegt worden ist. Auf der weiten Ebene, die noch vor nenn Jahren mit undurchdringlichem tropischen Urwalddickicht bedeckt war, sind heute mehrere Quadratkilometer von schönen Plantagen eingenommen, und es lacht einem das Herz im Leibe, wenn man den freundlichen Ort selbst durchwandert, der wie in einem wohlgepflegten Tropengarten liegt. Auf der stillen blauen Wasserfläche des Hafens liegen ein paar Segelboote an Bojen festgemacht, von denen eine gewiß als besondere Merkwürdigkeit bezeichnet werden kann. Sie ist nämlich am Meeresgrunde
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