Längs der Hansemannküste.
Berlinhafen brauchte unser Dampfer achtzehn Stunden Zech um die 180 englische ></Meilen lange Strecke nach der nächsten Ansiedlung Potsdamhafen zurückzulegen. Auch hier blieben die steilen mit hochstämmigem Urwald bedeckten Küsten und die dahinter kuliffenförmig aufsteigenden Gebirge stets in Sicht. Schon bei meinen Ausflügen von Berlinhafen landeinwärts hatte ich Gelegenheit, die herrlichen Waldriesen zu bewundern, die sich dort überall vorfinden und vortreffliches Bauholz darbieten. Dieser Wald bedeckt anscheinend einen großen Teil des Landes, denn mit dem Fernglase konnte ich deutlich unterscheiden, daß er sich auch die Berghänge hinaufzog bis auf die höchsten Kämme, die wohl drei- bis viertausend Meter erreichen dürsten. Andere Beobachtungen als solche mit dem Fernglase sind bisher nicht gemacht worden, denn das Hinterland zwischen Berlinhafen und Potsdamhafen ist vollständig unerforscht, und niemals hat der Fuß eines Weißen es betreten.
Der unglaubliche Waldreichtum Neuguineas kann leider vorderhand noch nicht nach seinem Werte ausgenützt werden. Unser Dampfer barg unter seinen Frachten auch das Bauholz für das neue Gouverneurshaus in Herbertshöhe, das von Deutschland zu den Antipoden geschickt wurde Die Verladung dieser großen Stämme hat dem Norddeutschen Lloyd genug Ungelegenheiten bereitet. In Bremerhaven erlitt der Dampfer Prinz Heinrich dadurch eine eintägige Verspätung, die nicht wieder eingebracht werden konnte. In Singapore wurde dieses Bauholz auf den Dampfer Stettin verladen, und das bewirkte nicht nur eine abermalige Verzögerung, sondern es mußte auch der größte Teil der nach Makaffar bestimmten Ladung wegen Raummangels zurückgelassen werden. Und dabei blieb anch noch eine Hälfte des Hauses in Singapore aus derselben Ursache zurück, um erst bei der nächsten Rundreise der Stettin, also in zwei Monaten, zur Verfrachtung zu kommen. Mit dem Hause wurde auch ein Baumeister nach Herbertshöhe gesandt, der sich mit an Bord unseres Dampfers befand, aber, kein Zimmermann! Welch gewaltige Kosten die Verfrachtung dieses Hauses über eine Erdhälfte verursacht, kann man sich wohl vorstellen. Dazu eignen sich unsere Hölzer nur schlecht für die Tropen und gehen viel rascher zu Grunde als die einheimischen Hölzer. Wären in dem Schutzgebiete mehr Zimmerleute vorhanden, so wäre die Herstellung eines neuen Hauses nach denselben Plänen nicht nur auf weniger als die Hälfte Kosten zu stehen gekommen, man hätte auch der Industrie im Archipel ein wenig auf die Beine geholfen. Die katholische Mission in Berlinhafen hat in dieser Hinsicht teure Erfahrungen gemacht. Als die Gründung der Mission vor einigen Jahren beschlossen wurde, kannte man die primitiven Zustände in Neuguinea und sandte deshalb auch ein fertiges Haus von Deutschland auf die Missionsinsel Tamara, wo man das prächtigste Bauholz in unmittelbarer Nähe der Station vorfand. Das Haus kostete der Mission gegen fünftausend Mark. Beim Bau des zweiten Hauses vermied man diese Ausgaben, indem die Mission selbst die nötigen Sägen und Werkzeuge von Deutschland kommen ließ und das an Drt uud