Vorwort.
Vielfache persönliche Erfahrungen in deutschen und nicht- deutschen Kolonien und überhaupt im Ausland und nicht minder die in Afrika bevorstehenden und zu erhoffenden Umwälzungen haben mich veranlaßt, Vorschläge zu machen, die die Beseitigung der in unseren Kolonien herrschenden sprachlichen Uebelstände und die allgemeine Einführung einer deutschen Verkehrssprache bezwecken. Diese Aufgabe soll das von mir vorgeschlagene „Kolonial-Deutsch" erfüllen, das hier des Näheren begründet und in systematisch-grammatikalischer Weise dargestellt ist.
Die großen Zukunftshoffnungen des deutschen Volkes haben sich auch aus das wichtige sprachliche Gebiet ausgedehnt. Man sucht nach Mitteln, um unserer noch lange nicht genug verbreiteten Sprache und damit auch dem deutschen Einfluß und Handel neue große Gebiete zu erschließen. Eines dieser Mittel ist die systematische Vereinfachung, die grammatikalische und lautliche Erleichterung unserer leider allzu schwierigen Muttersprache, die wir hierdurch den Völkern näher bringen. Bei allem schuldigen Respekt vor dem uns von den Vorfahren Ueberkommenen müssen wir als modern denkende Menschen, gezwungen und getrieben durch die unerbittlichen Notwendigkeiten des Daseinskampfes der Völker, künftig auch unsere Sprache wie so manches andere, was bisher unantastbar erschien, organisieren. Denn auch unsere Muttersprache ist, so sehr wir an ihr hängen, nichts absolut Unabänderliches so wenig wie die uns überkommene sogenannte deutsche Schrift. Darum wollen wir zwar in der Heimat an unserer Schriftsprache unverbrüchlich » festhalten und gerade darum jegliche Fremdländerei mit ihren