Anhang.
Die AonstruktLon der Aarten
von Dr. M. Groll.
Die Erforschung des Kassaigebietes in kartographischer Hinsicht ist seit Wissmanns Reisen vernachlässigt worden. Belgier haben zwar zeitweilig Karten des Kongostaates in größeren Maßstäben publiziert, was diese aber an Neuen: enthalten, ist nicht das Resultat von Forschungsreisen, sondern bloß von Erkundungen. Ich folgte daher gern der Aufforderung von Herrn L. Frobenius, ihm die Karten zu bearbeiten. Ich tat dies um so lieber, als seine Routenauf- nahmen m. E. auch einen methodischen Fortschritt als Aufnahmen bedeuten. Was die Art des Topographierens auf Forschungsreisen anbetrifft, so ist die Methode seit fünfzig und mehr Jahren im allgemeinen dieselbe geblieben. Peilungen des Weges und Seitenvisuren markanter Punkte mit Hilfe des Hauptrequisites, der Boussole, Schritte zählen, Abschreiten von Strecken innerhalb gewisser Zeiten usw.-sind bekannte Dinge, die höchstens je nach Individualität des Reisende:: und je nach dem Charakter der durchreisten Gebiete Modifikationen erlitten. Als neues Moment kommen bei diesen Röntgenaufnahmen — die im übrigen mit denselben Hilfsmittel:: ausgeführt sind -- vielfache Höhen- bestimmungen hinzu. Es sind daher nicht bloß, wie gewöhnlich, an den Rastplätzen Höhen bestimmt worden, sondern jeder mit dem Aneroid wahrnehmbare Höhenunterschied (5 m) ist notiert. Für Urwaldgebiete scheint mir dies für absehbare Zeit der einzig gangbare Weg, der gute Resultate verspricht. Z Wenn noch einige genügend sichere absolute Höhenbestimmnngen die Umrechnung der relativen Höhen in absolute gestatteten, wäre überhaupt nichts mehr zu wünschen. Da das eine Aneroid jedoch während der Reise Schaden erlitt und überdies für die angestellten Höhenbestimmnngen der Vergleich mit einer gleichzeitigen Beobachtungsreihe des Luftdrucks im Meeresniveau einer Küsteustation fehlt, so war es leider nicht möglich, die relativen Höhen in absolute mit genügender Sicherheit umzurechnen. Über diese Kalamität halfen selbst die Höhenbestiin- mungen der älteren Reisen in jenen Gegenden nicht hinweg, da mit diesen doch nur eine fiktive Genauigkeit erzielt worden wäre. Es blieb daher nichts übrig,
i) siehe Röntgenaufnahme „Richthofen-FaN", wiedergegeben auf der nächsten Seite.