Übungen in der humoristischen Betrachtung des Negers: Ein intelligenter Echnapsbrenner
WW
Sec1)zehntes Capitel.
Unter den Konquistadoren des Rassai.
Ich war sehr gespannt, den alten Herrn Kassimba keimen zu lernen, und stellte mir darunter einen etwas gewalttätigen Mann vor. Als vor verhältnismäßig ganz kurzer Zeit die erste Kaufmannsexpedition unter der Leitung des nun schon mehrfach erwähnten Herrn Bertrand hier eintraf, hatte Herr.Kas- simba einen so schauerlichen Eindruck auf sie gemacht, daß sein Verbot, weiter nach Südeii zu gehen, pünktlichst eingehalten wurde. Infolgedessen hatte sie einen beträchtlichen Umweg machen müssen, um bis zu Kabeja vorzudringen. Es war somit bisher nicht gelungen, die Verbindung zwischen Kassimba und Tschikassa, der alten Fährstelle der deutschen Expeditionen herzustellen. Soviel war mir von den Verhältnissen dieses Landes bekannt, und deswegen eben hatte ich mir ein ganz gewaltig imposantes Bild von Herrn Kassimba in der Phantasie gemacht. Wer beschreibt aber mein Erstaunen, als endlich ein fetter und vom Zipperlein geplagter, alter. Herr mit der jovialsten Miene der Welt unter meinen Lagerbaum angehumpelt kam. Lemme war von der Reise sehr ermüdet, und ich hatte in Archetracht der allgemeinen Mißstimmung der Ba- pende und meiner Vorstellung von einem gewalttätigen Herrscher nur mit Zögern die Genehmigung erteilt, daß sein Lagerbett aufgeschlagen würde. Nun mußte ich mir das Lachen verkneifen. Der alte Herr bebte nämlich beinahe vor Angst und hatte nichts Eiligeres zu tun als mir mitzuteilen, seine Söhne seien sicherlich nicht so böse wie diejenigen Golongos und Tschimpundas. Gleichzeitig hielt