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Im Schatten des Kongostaates : Bericht über den Verlauf der ersten Reisen des D.I.A.F.E. von 1904-1906, über deren Forschungen und Beobachtungen auf geographischem und kolonialwirtschaftlichem Gebiet ; mit 8 Kartenbl., 33 Taf. u. ca. 318 Ill. u. Geländedarst. i. T. / hrsg. und bearb. von Leo Frobenius, Chef der Deutschen Inner-Afrikanischen Forschungs-Expedition
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Epischer Maldbcwobucr: Die^chiinba" mn Sankurru gezeichnet, wiedergegeben in der töölfte der natürlichen Größe.

Siebentes Ixapitel.

Gsten.

10. April 1905. Die Reise nach dem Kantscha, einem direkt dem Kassai zuströmenden Flusse, der im Osten des Kuilu in nördlicher Richtung hinfließt, war von langer Hand vorbereitet. Mehrmals war mit den Häuptlingen der Umgebung, zumal mit Bungu und den einflußreichen Bajakkaherrn über die Stellung von Trägern konferiert worden, und es war uns eine solche Fülle von Versprechungen zuteil geworden, daß wir auch nach Abzug der Hälfte immer uoch mit 250 Mauu rechnen durften. Richtig versammelten sich denn auch am Abend des 9. April ziemlich viele Menschen. Sie zerstreuten sich dann aber wieder,um in den Nachbarorten zu schlafen", was Mignon leider guthieß. Die Folge war, daß ein großer Teil am Morgen des 10. nicht zur Stelle war, und wir nur 65 Mann hatten. Meine Badinga waren in dieser Zahl schon eingerechnet.

In der Nacht hatte eine große Furcht diese Leute befallen: der Grund war in den Kriegsgerüchten zu suchen, die sich dann mit dem Vordringen nach Osten zusehends mehrten. Hätten uns nicht tapfere Frauen durch Anspornung der Männer geholfen, so wäre die ganze Expedition ins Wasser gefallen. Und doch hatte ich alles getan, um den Leuten die Sache so angenehm wie möglich zu machen. Sehr unangenehm war zum Beispiel den Leuten die Furcht, im Osteu auf ihren geliebten Lukku, einen Brei aus Mais- und Maniokmehl, ver­zichten zu müssen, da die Badinga nur Tschikuanga, einen Brei aus gegohrenem Maniokmehl, bereitem Deshalb hatte ich einen großen Sack mit 35 Kilo Mais­mehl aufgekauft, der nun mitgeführt wurde. Aber mein guter Wille scheiterte an der rührenden Vorliebe der Sackträger für Maismehl. Sie brannten nämlich mit dem Sack und dem Mehl schon in der ersten Stunde durch. Wir litten