Archiv
für
Innere Kolonisation.
Unter Mitwirkung erster Fachmänner
herausgegeben im fiustrage -es
Deutschen Vereins für länöliche Vohlfahrts-.un- Heimatpstege
un- -er
Gesellschaft zur Zöröerung -er inneren Kolonisation
von Professor H. Sohnrep.
Sän- VIII.
Monatlich ein hest. preis -es Einzelhestes 1,— M. * preis -es Jahrgangs 8,— M.
Von diesem Zentralorgan für die Erfahrungen, Vorgänge und Kodifikationen auf dem Gebiete der inneren Kolonisation in Gestalt von Sohnreys „Archiv" liegen jetzt sieben Bände abgeschlossen vor uns, so daß es möglich ist, über Wert und Erfolg des Unternehmens ein Urteil zu gewinnen. Ganz besonders schätzenswert ist es, daß das „Archiv" schon jetzt das Kolonisationswerk auf die von uns besetzten Grenzgebiete ausdehnt, von dem richtigen Grundsatz ausgehend, daß Deutschland nicht nur größer an Macht und Reichtum, sondern vor allem an völkischer Kraft durch seine Opfer werden müsse. Es behandelt auch eingehend die Voraussetzungen und Wege einer verständigen Jnvalidenansiedelung.
Im Jahrbuch von Schmoller findet sich nachfolgende Beurteilung:
Es fehlte bisher an einem wissenschaftlichen Mittelpunkt für die Bestrebungen der inneren Kolonisation, eine Lücke, die immer fühlbarer wurde, weil infolge der Bevölkerungszunahme die Kolonisation immer umfangreicher, die dabei auftauchenden Fragen immer mannigfaltiger und die Lösungen immer zahlreicher wurden. Dadurch sind auch die Verwaltungsbeamten überall vor solche Fragen gestellt, ohne daß sie in der Lage sind, ständig die Uebersicht über die nationalökonomischen Fachschriften zu behalten. Es kommt hinzu, daß die modernen Formen der inneren Kolonisation noch jung sind und der Austausch der Erfahrungen ein dringendes Bedürfnis ist.
Nicht minder wichtig ist die Absicht Sohnreys, durch fein „Archiv" gründlichere Kenntnis und stärkere Anteilnahme auch in Kr^en zu verbreiten, die nicht selbst in der inneren Kolonisation tätig sind. Liegt doch h r die wichtigste Aufgabe der innereil Politik Preußens für absehbare Zukunft beschlossen. Durch ihre Durchführung wird so viel Bestehendes geändert, werden so viele Interessen berührt, so viele widerstrebende Kräfte gereizt, daß die folgerichtige und gleichmäßige Fortführung des Kolonisationswerks nur möglich ist, wenn es von dem Verständnis und dem Willen der politisch Reifen getragen wird.
Sohnrey zeichnet im ersten Heft einen Umriß des Stoffes: das „Archiv" soll über die großen Gebiete der bäuerlichen Siedlung, der ländlichen und der industriellen Arbeitersiedlung unterrichten. Bisherige Formen und Ergebnisse, Fragen der Organisation, der Siedlungstechnik und Finanzierung, schließlich auch Fragen ästhetischer Natur sollen ihren Raum finden.
Es ist dem Herausgeber gelungen, überall die kundigsten Fachmänner zur Mitarbeit zu gewinnen. Vor allem ist der jetzige Präsident des Oberlandeskulturgerichts Metz zu nennen, der als Leiter der Generalkommission in Frankfurt a. O. das sogenannte Frankfurter Verfahren ausbildete und damit in Pommern Vorbildliches geschaffen hat. Er dürfte auch an dem Gelingen des „Archivs" keinen geringen Anteil haben.
Alles in allem: das neue „Archiv" hat bisher gehalten, was es versprach; es bleibt eins zu wünschen: viele und aufmerksame Leser.
Berlin Sw. 11. Deutsche Isndbuchhsndlung.