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Schnelle Besiedlung unserer neuen Ostmarken / von Ekkehard Ostmann [alias Stumpf]
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Für die Besiedlung werden wir unser Neuland in mancher Hinsicht in verschieden zu behandelnde Gebiete trennen müssen.

Zunächst in religiöser Hinsicht.

Die Ostseeprovinzen sind säst ganz evangelisch, die von Litauern (und zu ganz kleinem Teile von Polen) bewohnten Bezirke Suwalki, Kowno, der westliche Teil von Wilna und der nordwestliche Teil von Grodno säst ganz katholisch, die übrigen Teile des Neulandes säst ganz russisch-orthodox, überall natürlich von den Juden abgesehen.

Der geringe Anteil orthodoxer Bevölkerung der ersten beiden Be­zirke besteht ganz überwiegend aus Militär und Beamten, die zugleich mir der russischen Regierung verschwunden sind oder noch verschwinden.

Aus vorstehendem ergibt sich die Forderung, daß der e r st e B e z i r k möglichst rein mit Evangelischen, der zweite mit Katho­liken zu besiedeln ist, während im Rest teile des Neulandes je nach der Nachfrage von Siedlern den beiden Religionen bestimmte, an ihre Glaubensgenossen anschließende Gebiete vor­zubehalten sind.

Die Zusammenfassung nach Religionsgemein­schaften muß als äußerst wichtig bezeichnet werden, und zwar nicht nur aus den bekannten Rücksichten auf die Verbilligung und Er­leichterung der Regelung der Kirchen- und Schulverhältnisse und auf die Vermeidung religiöser Reibereien.

Es ist zur Genüge bekannt, wie schwer unser Siedlungswerk in Posen und Westpreußen unter dem Verdacht gelitten hat, daß Ger- manisierung gleich Protestantisierung sei. Derartige schwere Hemmnisse sind im Neulande unbedingt zu vermeiden. Es ist selbstredend, daß die evangelischen Letten und Esten viel schwerer durch Zwischensiedlung deutscherKatholiken als deutscher Protestanten und die katholischen Litauer bei entgegengesetzter Zwischensiedlung dem Deutsch­tum zu gewinnen sein würden, da stets mit dem Widerstände der Geistlichkeit der anderen Konfession gerechnet werden müßte.

Ein Aufgehen deutscher Protestanten in das lettische Volkstum ist selbstredend ausgeschlossen, aber auch für die deutschen Katholiken, von denen wir bekanntlich leider viele Zehntausende an das Polentum verloren haben, besteht eine Gefahr des Ueberganges in das litauische Volkstum Wohl gleichfalls nicht.

Was den 17 Millionen Polen mit ihrem außerordentlich weitreichen­den Einflüsse gelang, das wird den noch nicht 2 Millionen Litauern bei ihrem völligen Mangel an Aristokratie und städtischer Intelligenz sicher­lich nicht gelingen, insbesondere unter der unerläßlichen Voraussetzung,