Einleitung.
Die Kriegslage gestattet es jetzt wohl, nicht nur sich selbst Gedanken zu machen über die Besiedlung unseres „Neulandes", sondern diese Gedanken auch einem berufenen Kreise zum Vortrage zu bringen. Im nachstehenden soll versucht werden, einmal den großen Umfang der unsrer harrenden Siedlungstätigkeit darzulegen und dann vor allen Dingen die Durchführbarkeit der Aufgabe und den Weg
hierzu in den Grundrissen zu zeigen. Die bei Friedensschluß
zu schneller Lösung drängende Aufgabe ist so groß, daß sie
nicht leicht zu zeitig und zu eingehend erörtert werden kann.
Von einer solchen Erörterung darf die Erwägung nicht abhalten,
daß das Kriegsglück uns vielleicht doch nicht ganz so hold bleiben und uns die militärische Macht, ein größeres Neuland zu gewinnen, nicht verleihen könnte. Das hätte für diese Erörterungen nur den ganz unwesentlichen Nachteil, daß die mit ihnen verbundene Arbeit unnötig geleistet wäre, während in dem doch wahrscheinlichen Falle, daß uns ein ausreichendes Niederzwingen unserer Feinde die Gewinnung genügender „realer Sicherheiten", d. h. doch Wohl in erster Linie die Schaffung genügend erweiterter, besserer Grenzen gestattet, solche Vorarbeiten der Regelung der Siedlungsverhältnisse im Neuland sehr zustatten kommen würden.
Denn daß, vollauf siegreichen Ausgang des Krieges immer vorausgesetzt, dem deutschen Volke nach seinen furchtbaren Opfern an Gut und Blut ein Friede ohne genügenden Landzuwachs angeboten werden würde und dürfe, das glaubt und verlangt doch selbst von den Sozialdemokraten nur der doktrinär verbohrteste Teil.
Das Neuland, seine Größen- und Bevölkerungsverhältnisse.
Hier steht nicht zur näheren Besprechung, welche Landesteile aus irgendwelchen militärischen oder sonstigen Gründen etwa unser Neuland werden sollen. Das Ausmaß des Neulandes soll nicht näher begründet und ein näheres Eingehen darauf vermieden werden. Die Betrachtungen sollen auch nur auf den Osten beschränkt werden, da die Verhältnisse im