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Kap. VII. Kiautschou und Schantung.
der gleichen Art gefordert werden müssen; ja es kann so weit kommen, dass baumwollene Garne, vielleicht sogar manche Gewebe, von Schantung durch deutsche Schiffe nach Deutschland eingeführt werden.
Schlussbetrachtung.
So erblicken wir in Schantung ein Land, wo unter günstigem Klima Ackerbau, Bergbau und Industrie weit über ihren jetzigen Bestand hinaus entwickelt werden können, und wo eine übergrosse Fülle billiger und intelligenter menschlicher Arbeitskraft vorhanden ist; ein Land, dessen Bewohner als die mannhaftesten und kräftigsten, vielleicht auch die charaktervollsten und bei richtiger Behandlung zuverlässigsten von China bezeichnet werden können. Wir sehen in Kiautschou einen Hafen, welcher den Schlüssel zur wirthschaftlichen und kommerziellen Beherrschung dieses Landes bietet, eine Eingangspforte, von der aus Eisenbahnen zur Erschliessung aller seiner Theile mit Leichtigkeit angelegt, sowie die wirthschaftliche Hebung des Landes und die kulturelle Förderung der Bewohner geleitet werden können, und nach welcher bei zielbewusstem Vorgehen der Verkehr des grössten Theils des nördlichen China konvergiren muss. China selbst vermochte dies nicht zu erreichen und liess die Provinz, welche sich rühmen darf, das Stammland seiner geistigen Koryphäen, eines Konfutsius und Mentsius und des Herzogs von Tschöu zu sein, erstarren, wie jede andere. Während aber in einigen von diesen europäische Einflüsse bereits den Beginn eines kleinen Umschwungs angebahnt haben, ist Schantung, bis auf die Thätigkeit der Missionare, davon beinahe ausgeschlossen geblieben.
Es ist ein Glück für China, dass eine befreundete Macht, welche mit dem Reich stets nur in friedlichem Verkehr gestanden hat und nicht den Besitz grosser Machtgebiete erstrebt, sondern vielmehr die Integrität von China gewahrt wissen will, sich in dem Hafen festgesetzt hat und hier eine Stadt zu gründen im Begriff ist, von der aus sie, in erster Linie zum Zweck eigenen Nutzens, die Erschliessung und Hebung von Schantung in die