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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Wissenschaftliche und wirtschaftliche Ziele.

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kommen gelöst. In sehr dankenswerter Weise wird sie jetzt durch Herrn Doberck, den Astronomen von Hongkong, besonders mit Rücksicht auf die Taifune, geleitet, und in Zikawei bei Schanghai sind durch die Jesuiten seit langer Zeit vorzügliche meteorologische und magnetische Beobachtungen angestellt worden. Aber noch fehlt eine allgemeine, systematische und zuverlässige Durchführung. Dazu ist vor Allem eine mit den besten Instrumenten ausgestattete, von wissenschaftlich vorgebildeten Persönlichkeiten geleitete Central­stelle erforderlich. Da ein sehr vollkommenes Telegraphennetz in den chinesisch-japanischen Meeren besteht, so könnte auf Grund internationaler Vereinbarung das Observatorium in Kiautschou sich nach dem Vorbild der Hamburger Seewarte zu einem wissen­schaftlich-praktischen Institut ersten Ranges entwickeln. Aber weit darüber hinaus könnte das Observatorium zu einer centralen Wetter­warte für die chinesisch-japanischen Meere heranwachsen. Die Interessen der deutschen Schiffahrt dort sind bereits gross genug, um dies nach der praktischen Seite zu rechtfertigen. Der wissen­schaftliche Gewinn könnte daneben ein bedeutender sein.

Wirthschaftliche Ziele.

Es hat sich gezeigt, dass Kiautschou gegenwärtig Wenig zu bieten hat. Die chinesische Regierung war nicht im Stande, auch nur die frühere Bedeutung des Hafens wiederherzustellen. Es kommen und gehen einige Dschunken, die den Handelsdienst für die nächste Umgebung besorgen. Vom Lauschan allein werden, wie William- son mittheilt, jährlich Heilkräuter im Werth von 30000 Taels und 200000 Schweine exportirt; Tsingtau soll der Markt dafür sein. So mag sich noch Manches zusammenfinden, was in den alten Bahnen beharrt. Aber der maritime Handelsplatz von Schan- tung ist jetzt Tschifu. Den Grund, weshalb auch die Produkte des südlichen China dorthin gehen, haben wir bereits (S. 256) erwähnt.

Sowie fremde Handelshäuser sich am Lauschan niederlassen, und Dampfer die fremden Waaren hierher bringen, um einheimische Produkte als Rückfracht zu nehmen, ist es ein einfaches Rechen­exempel auf Grundlage der durch die Binnenfracht entstehenden