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Kap. VII. Kiautschou und Schantung.
habe, nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft, d. h. in der Eröffnung des Inneren durch verbesserte Verkehrsmittel, nämlich durch Anlage von Eisenbahnen.
Der Hafen von Kiautschou und die Gründung einer deutschen Niederlassung an ihm.
Die Auslothung und Vermessung der Bai von Kiautschou, die kartographische Aufnahme ihrer Umgebung, die Beschreibung durch berufenere Federn solcher, die dort länger geweilt und das umliegende Land näher kennen gelernt haben werden, und photographische Aufnahmen der Landschaft werden bald ein vollständiges Bild des neuen deutschen Besitzes in China geben. Energisch, und doch mit weiser Mässigung, wurde bei der Besetzung gehandelt; nur das Nothwendige wurde beansprucht. Denn was Deutschland braucht, ist nicht ein Land zur Verwaltung, sondern eine Heimstätte für seine Schiffe und ein möglichst ge- sicherter Ansatzpunkt für wirthschaftliche und Handels - Unternehmungen. Thatkräftig wurde alles in die Wege geleitet, um die ersten vorbereitenden Schritte für die in Aussicht zu nehmende Entwickelung zu thun. Hohes Geschick und zielbewusstes Auftreten bezeichnen die diplomatischen Schritte in Peking, welche den Erwerb und seine rechtlichen Verhältnisse zu sichern und die Wege für wirthschaftliche Unternehmungen zu ebnen hatten. Es ist zu hoffen, dass Thatkraft und Einsicht den Maassnahmen nicht fehlen werden, welche die Privat-Thätigkeit wird ergreifen müssen, um unter dem Schutz der deutschen Verwaltung die weiteren Schritte für die Begründung und den Ausbau einer Handelsniederlassung, für die Herstellung von Verkehrslinien nach dem Inneren, sowie für die wirthschaftliche Hebung des Landes im Allgemeinen zu thun und die Sicherung eines Gewinnes für deutsche Interessen aus den dem chinesischen Reich und Volk aus solcher Hebung zunächst zufallenden Vortheilen zu erzielen.
Was sich uns jetzt bietet ist nicht ungünstig, aber durchaus nicht besonders verlockend. Aus den britischen Admiralitätskarten, den älteren Beschreibungen von Williamson und Markham