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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Kap. VII. Kiautschou und Schantung.

Grossen Kanal Unordnungen vorkamen, wird wieder die Bedeu­tung von Kiautschou für die Versorgung ausgedehnterer Land­striche zugenommen haben. Jedenfalls war es noch immer ein bemerkenswerther Verkehrsplatz zu derZeit, als der Fremdhandel auf der Halbinsel Schantung einen Ort zur Niederlassung suchte. Man beging den Missgriff, Kiautschou zu übersehen und Tschifu zu wählen, wahrscheinlich weil dieses für die Dampfschiffe eine Etappe auf dem Weg nach Peking bildet. Dies war im Jahr 1860. Es wurden Handelshäuser und Waarenniederlagen in Tschifu ge­gründet. Die Kaufleute in Wei-hsien mussten dorthin gehen, um die fremden Güter in Empfang zu nehmen. Die Verbindung war zwar langwierig, kostspielig und unbequem, da der Hafen von den Produktionscentren von Schantung weit abgelegen ist; aber sie wurde doppelt erforderlich durch den Umstand, dass die fremden Dampfer nach Tschifu auch die Produkte des südlichen China brachten, welche bisher nach Kiautschou gekommen waren, während nach diesem Ort überhaupt kein Dampfer ging. So geschah es, dass Kiautschou seine Bedeutung verlor, Tschifu dennoch nicht zur Blüthe kam, und die Provinz darunter darbte, dass ihr gut­gelegener und altgewohnter Eingangshafen ihr entzogen war. China hatte weder den Trieb, noch die Macht, dies zu ändern. Kiautschou wurde mehr und mehr ein todter Punkt, obgleich die Betrachtung seiner ungemein günstigen Lage die fremden Kauf­leute wohl hätte dazu auffordern können, hier Einlass zu begehren. Sie beachteten ihn nicht. L T nd als die chinesische Regierung von einer einsichtsvollen Seite auf die Vortheile des Ortes aufmerksam gemacht wurde, beabsichtigte sie zwar vorübergehend, ihn zu be­festigen; aber sie dachte nicht daran, ihn zu der Eingangspforte zu gestalten, zu der er bestimmt ist, und von der sie selbst in erster Linie Vortheil zu ziehen berufen ist. Ohne das intelligente und zielbewusste Eingreifen einer fremden Macht wäre Alles beim Alten geblieben.

Die Wahl von Kiautschou als Station für deutsche Schiffe.

Dies war die Lage, als, infolge einer von den chinesischen Behörden geduldeten, wenn nicht geschürten Aufhetzung gegen