Zugangsiraßen vom fernen Osten
^An langgestreckter Grenzlinie, vom Karakorum- Gebirge im Westen bis zum Mekong im Osten, berühren sich das Chinesische und das Anglo-Jndische Kaiserreich. Weitaus der größte Teil dieser Grenze verläuft durch rauhes Gebirgsland, ja zum Teil über hohe, völlig unzugängliche Gebirgskämme. Handelsstraßen über Land zwischen China und Vorderindien gibt es so gut wie gar keine, nur von Assam und dem nördlichen Birma findet auf Saumpfaden ein beschränkter, primitiver Verkehr mit der chinesischen Provinz Jünnan statt.
Eine Sicherung von Zugangstraßen nach Indien war hier für England um so weniger notwendig, als der große, aber schwächliche Nachbar keinerlei Gefahr für das britische Machtzentrum bildete. Das Vordringen Englands in Hinterindien und in Tibet ist vielmehr als beabsichtigte territoriale Expansion des Indischen Reiches anzusehen. Wie sich diese — in Verbindung mit der fortschreitenden Vergrößerung des französischen Jndochina — weiterentwickeln sollte, davon wird später die Rede sein.
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