Der Seeweg ums Kap
Über dreieinhalb Jahrhunderte hindurch, von 1498 bis 1860, verfolgten die von Westeuropa nach Ostindien fahrenden Schiffe ausschließlich den Seeweg entlang der westafrikanischen Küste, um das Kap der Guten Hoffnung und dann an Afrikas Ostküste vorbei nach Ceylon und der indischen Halbinsel. Als erster hatte der Portugiese Vasco da Gama diesen Seeweg zurückgelegt und dadurch eine vom Levantehandel unabhängige Verbindung mit dem Gewürzlande hergestellt. Schon vor da Gamas Reisen hatten die Portugiesen die Küstenstriche West- und Südafrikas besetzt, nun folgten Ostafrika, die West- und Südküste Vorderindiens, Ceylon und eine Reihe malaiischer Inseln.
Aber schon vor Mitte des siebzehnten Jahrhunderts verloren die Portugiesen in Südasien sowohl als in Afrika eine Kolonie nach der anderen an die Holländer und die anfangs mit diesen gemeinsam vorgehenden Engländer. Nur die Hälfte von Timor in Indonesien, Macao in China, Goa und Diu in Vorderindien, Mozambique in Ost- sowie Angola in Westasrika, endlich die Inseln von Cabo Verde nahe der westafrikanischen Küste 34