Anlage 13.
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Auszugsweise Abschrift zu IV. 509. 16.
Königliches Amtsgericht Berlin-Schöneberg, ^ ^
Abteilung 22. Berlin, den 25. März 1916.
Gegenwärtig:
Gerichtsassessor Kubitz als Richter,
Amtsgerichtssekretär Wiese als Gerichtsschreiber.
Es erschien die nachbenannte Zeugin. Mit dem Gegenstände der Untersuchung bekannt gemacht und aus die Bedeutung des Eides hingewiesen, wurde sie, wie folgt, vernommen:
Zur Person: Lucie von Rothkirch und Pantheu, geb Eichel, Berlin, geboren 25. September 1876 zu Kalbe a. Saale, verheiratet mit dem Zollvorsteher Friedrich von Rothkirch und Pantheu. Mit Familie seit 1. März 1914 in Lome in Togo, wo mein Mann Zollvorsteher war.
Zur Sache: Am Tage des Umzugs, etwa am 7. August 1914, sah ich, als ich mich unserem neuen Wohnhause näherte, aus einem Parterrefenster zwei schwarze englische Soldaten Heraussteigen. Ich hielt einen fest, den anderen der herbeigerufene schwarze Polizist, wir brachten beide auf die nahe gelegene Polizeiwache Ich ließ meinen Mann inzwischen benachrichtigen, der zum Kapitän Lunker ging. Dieser schickte meinem Mann einen Unteroffizier mit, der die Leute vernahm. Ich und meine Hausjungen wurden auch vernommen. Die Leute haben einen Diebstahl nicht zugegeben, es fehlten aber verschiedene Sachen aus dem uns angewiesenen Hause. Kapitän Lurker, zu dem wir von der Militärwache zur nochmaligen Vernehmung gehen mußten, sagte mir, daß die Leute bestraft werden wurden.
Vorgelesen genehmigt unterschrieben, gez. Frau Lucie v. Rothkirch u. Panthen, geb. Eichel.
Die Zeugin wurde vereidigt.
Geschlossen.
gez. Kubitz.
gez. Wiese.