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Anlage 2.
Auszugsweise Abschrift zu IV. 1077. 15.
Betrifft Vernehmung des BureauaMenten Monts.
Puertv de la Luz, Grau Eanaria, den 25. Februar 1915.
Anfang August 1914 zog Geheimer Regierungsrat v. Dbring mit den wehrfähigen Deutschen und der Polizeitruppe von Lome zur Verteidigung der Funkenstation Kamina nach Norden.
Die abgezogenen Weißen hatten nur notwendige Wäsche und Lebensmittel aus ihren Wohnungen mitgenommen. Alle anderen Privatsachen blieben in den Wohnungen, welche abgeschlossen wurden. Die Schlüssel wurden dem Magazin in Lome übergeben.
Auf Anordnung des Bezirksamtmanns Clausnitzer, welcher die Übergabe von Lome leitete, wurden nach Rücksprache mit dem Führer der englischen Truppen der größte Teil der amtlichen Wohnungen von allem Privateigentum geräumt.
Podewils, Rothkirch und ich schafften die Privatsachen in die fiskalischen Lagerräume, wo dieselben von der englischen Behörde unter Verschluß genommen wurden. Der damalige Aufseher des Magazins war ein englischer Unteroffizier, namens Luller. Alle noch wehrfähigen Weißen (mit Ausnahme des Landsturms) mit ihren Ehefrauen wurden nach verschiedenen Plätzen der Goldküste geschafft. Die Leute hatten nicht genügend Zeit, um ihre Privatsachen zu packen. Es blieb ein großer Teil ihres Privateigentums in Lome zurück. Die Bewachung der Stadt seitens der englischen Besatzung war mehr als mangelhaft. Gleich in der ersten Nacht nach der Besetzung begannen die Eingeborenen von Englisch- und Deutsch-Aflahn (Landschaft an der Westgrenze von Togo) und Be mit Umgegend (östlich Lomes), ferner die englischen und farbigen Soldaten und Träger und das zahllose Gesindel, welches im Gefolge der englischen Truppen sich befand, mit Stehlen und Plündern der amtlichen, nicht bewohnten Häuser. Türen und Fenster wurden eingeschlagen und was fortzuschleppen war, wurde fortgeschleppt Beschwerden und Bitten bei dem Lusekommandanten LettliiKton, hiergegen einzuschreiten, fanden taube Ohren: es ist der Krieg, war stets die Erwiderung Ich war Zeuge, wie Frau von Rothkirch 2 farbige englische Soldaten dabei abfaßte, wie sie sich in dem unbewohnten Hause des Regierungsrats Hermanns (Beamtenhaus 8) zu schassen machten. Frau von Rothkirch veranlaßte die Festnahme der beiden Soldaten durch den englischen Polizisten. Die Fenster des Hauses waren eingeschlagen und die Bettmatratzen waren bereits halb aus den Fenstern herausgezogen. Alle diese Angaben beziehen sich auf das Beamtenviertel westlich des Eisenbahnstranges.
Im Hause des Geheimen Regierungsrats v. Döring (Beamtenhaus 1) wohnte eine Zeitlang der englische Bezirksamtmanu Uervleirrr. Dort wurden auf Anordnung des Bezirksamtmanns Clausnitzer die Privatsachen des Geheimrats von Döring nicht fortgeschafft, weil Nervlen? sich verpflichtete, dafür zu sorgen, daß nichts angetastet werden würde. Trotzdem wurden die Fenster eingeschlagen und Sachen gestohlen.
Die Behandlung des Privateigentums im Magazin seitens der Engländer spottet jeder Beschreibung. Nachdem das Privateigentum der Deutschen dort untergebracht war,