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Samoa / von F. Reinecke
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diese kostet im Ausschank 1,50 Mk., der Bierconsum beschränkt sich aber nur auf eine relativ geringe Zahl und dürfte sich kaum auf 100 Trinker, darunter wieder nur ein Bruchteil regelmässiger Ab­nehmer verteilen. Der Alkoholgenuss, ausgeschlossen Gin, das beliebte Getränk der Trader, ist in der Hauptsache auf Apia und die gastfreien deutschen Pflanzungstationen beschränkt. Mit einer gedeihlichen Entwicklung der wirtschaftlichen Lage dürfte der Alkohol in der Statistik bald zurücktreten.

Vertrauensvoll blicken jetz alle Handelshäuser und Ansiedler in die Zukunft. Die bisher am schwersten von der Ungunst der Verhältnisse betroffene D. H. P. G. sprach in ihrem letzten Ge­schäftsbericht mit vollem Recht die Hoffnung auf den Beginn einer friedlichen und gedeihlichen Entwicklung der Verhältnisse auf den Inseln aus. Wenn es auch eine schwierige Aufgabe bleiben wird, nach der jahrzehntelangen Zerfahrenheit der politischen Lage auf Samoa die Gegensätze unter den Eingeborenen nach und nach aus­zugleichen und diese an Ordnung und Ruhe unter den neuen Ver­hältnissen zu gewöhnen, so kann auch dieser Erfolg bei geeigneter Verwaltung und richtiger Behandlung der Samoaner nicht fehlen. Dabei wird es eine Hauptaufgabe der Regierung sein müssen, die Arbeiterfrage zu lösen, um einer deutschen Einwanderung die Wege zu ebnen und die Produktion der Inseln zu heben. Erst dann wird auch die D. H. P. G. in der Lage sein, von ihren aus­gedehnten, unbebauten Ländereien etwas Nennenswertes zu realisieren und weiteren Handels- und Kulturunternehmungen Basis und Bei­stand zu gewähren.

Krankheiten.

Über die Einwirkung des Klimas und die Gesundheitsverhält­nisse auf Samoa sind bereits im klimatischen Abschnitt einige Mitt­teilungen gemacht. Es erübrigt noch die wichtigsten auf den Inseln vorkommenden Krankheiten kurz zu besprechen:

Das Samoa-Fieber, eine Malaria-ähnliche Erkrankung, tritt besonders häutig im September bis Dezember auf. Diese scheinbar endemische Epidemie, welche nur wenige Fremden verschont, wenn sie einmal contagiös auftritt, ist für die Eingeborenen weit gefähr­licher als für jene. Die Symptome äussern sich als periodisch kul­minierendes Fieber, das bis über 40° steigt, grosse Apathie und bitterer Geschmack, infolgedessen Abneigung gegen alle Speisen. Die Inkubationszeit ist je nach der Energie individuell verschieden. Die Erkrankung hat mit unserer Influenza die Neigung des Organis­mus zu Rückfällen gemeinsam, sowie dass sie Erwachsenen im all-