Fragen, von denen nicht nur das „Sein oder nicht sein“ der englischen Mission, nicht nur die Autorität der deutschen Verwaltung, nicht nur die Ruhe der Eingeborenen, die wirtschaftliche Entwicklung unserer neuen Kolonie, sondern die Zukunft Samoas abhängt. Soll Samoa deutsch werden und bleiben, dann giebt es nur die beiden Möglichkeiten: entweder die Mission wird deutsch oder — verabschiedet. Möge sie selbst die notwendige Einsicht haben, um den zweiten Weg zu vermeiden.
Wir brauchen die Londoner Mission auf Samoa nicht. Das Wohl und Gedeihen der Inseln ist von ihr unabhängig; auch die Samoaner würden sich ohne Murren, falls sie nicht wieder aufgehetzt werden, einem neuen Wechsel unterwerfen. Ob es sicli empfehlen dürfte, die Methodisten an ihrer Stelle zu stärken, ist zweifelhaft — lieber nicht; denn sie sind durch ihre Centrale in Sydney stark mit den australischen Kolonien liiert. Die protestantischen Samoaner zum Übertritt zur katholischen Conf ession zu veranlassen, würde sicli natürlich nicht empfehlen, wenn das auch für diese selbst ohne grosse Bedeutung wäre, sogar die damit verbundene einheitliche Bekehrung und Leitung mancherlei Vorteile hätte, solange die Mission treu und fest zur Regierung hält und mit dieser gemeinsam arbeitet. Jedenfalls stehen uns die Maristen in nationaler Beziehung am nächsten, da -sie sich jetzt auf das deutsche Missionshaus in Meppen (Hannover) stützen und von diesem durch deutsche Missionare versorgt werden können.
Lehrer und Schüler.
Die eingeborenen Geistlichen und Lehrer (teacher) werden in den Seminaren ausgebildet, die sich in Malua und Leulumoenga (London Mission), Lufilufi (Methodisten) und Apia (Maristen) befinden Ausserdem besitzt jede Missionsgesellschaft noch andere Lehrinstitute, Knaben- und Mädchenschulen. — Im Seminar zu Mulua wurden bis 1900 fast 2500 Zöglinge ausgebildet. Gegenwärtig sind über 100 Seminaristen daselbst. Die London Mission zählt etwa 200 Teacher, die Wesleyaner haben gegen 70 und die Maristen circa 100 geistliche Lehrer. Die London Mission und die Maristen haben ausserdem in ihren Mädchen- und Schwesternschulen eine Anzahl weiblicher Hilfskräfte ausgebildet, wobei auf katholischer Seite 10 weisse Schwestern mitwirken.
In den Missionsseminaren und geschlossenen Missionsschulen wird ziemlich fleissig gelehrt und gelernt. Im Übrigen aber hat’s damit gute Weile. Am meisten Neigung zum Lernen haben die