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Samoa / von F. Reinecke
Entstehung
Seite
237
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abenteuerlichen Erlebnissen mit den göttlichen Himmelsbrechern (wörtliche Uebersetzung von Papalangi, Bezeichnung der Fremden) besonders geschickt und sicher verwerten konnten, um auf ihre Landsleute fascinierenden Einfluss auszuüben. Denn diese scheinen auch nach ihrer Sage thatsächlich in den ersten von sonnenbestrahlten weissen Segeln getriebenen Schiffen mit ihrer weissen oder hellen Besatzung Boten des Himmels erblickt zu haben, da ihnen schon für den Häuptling und die Dorfjungfrau eine hellere Hautfarbe charakteristisch erschien (daher der Name Sina für vornehme Mädchen vergl. S. 141). Auch dieser Umstand hat die Arbeit und das Ansehen der weissen Apostel sicherlich gefördert.

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1834 trafen auf Williams Veranlassung mehrere Missionare auf Samoa ein, und nun begann hier eine rege, fruchtbare Missions­arbeit, die Samoa bald zur Centralstelle der Londoner Missionsgesell­schaft in der Siidsee werden liess. Schon 1847 konnten 2000 ge­druckte Exemplare des Evangeliums Matthäi in samoanischer Sprache verteilt werden. Die Zahl der samoanischen Hiilfslehrer (Teacher) wuchs rasch und mit ihnen die Zahl der getauften Samoaner. Der ausgezeichnete Missionar Williams sollte die Ernte seiner Saat nicht mehr erleben; denn 1831) wurde er auf den Neu-Hebriden ermordet. Um 1850 galten nahezu alle Samoaner als Christen.

In den vierziger Jahren wurde in Leulumoenga auf der Nord­küste Upolus eine Missionspresse eingerichtet, wo binnen wenigen Jahren die ganze Bibel in das Samoanische übersetzt und gedruckt wurde. Die Eingeborenen haben es so berichtet die Mission als Ehrensache angesehen, der Londoner Bibelgesellschaft alle Aus­lagen für den Druck ihrer Bibeln bei Heller und Pfennig zurück­zuerstatten. Die Missionspresse erwies sich äusserst produktiv und gab auch noch weitere religiöse Texte heraus, die mit der Zeit auf über 30 Bände mit mehr als 10000 Druckseiten anwuchsen.

Nach Mitteilung des Berichtes derUnited States Exploring Expedition befand sich schon 1839 eine Missionsdrnckerei in Apia. Wilkes, der Führer der Expedition erwähnt dieselbe in abfälligen Bemerkungen, anlässlich eines gedrucktenPamphlets, das vor den katholischen Missionaren warnte, deren Erscheinen damals schon befürchtet wurde.

Schon 1844 wurde in Malua, nicht weit von Leulumoenga, etwa 20 Km westlich von Apia, das Missionsseminar errichtet, das allmählich die Rekruten für die Arbeit der Missionsgesellschaft in der Siidsee lieferte. Später wurden in Leulumoenga und inPapauta bei Apia Missionsschulen, letztere für Mädchen, (jetzt deutsch) ein­gerichtet. Malua bildet seit Jahrzehnten die Hochburg der Londoner Missionsgesellschaft; das Gebiet umfasst ein Areal von rund 150 ha