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Ursprung der traditionellen Freundschaft zwischen der Malietoafamilie (Tuamasanga) und der englischen Mission.
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Die Hauptschwierigkeit für die richtigen Missionsapostel bestand darin, die Irrlehren, den religiösen Humbuk und Aberglauben auszurotten, den Walfischfänger und andere nach den Inseln verschlagene Flüchtlinge, Beaclicomber etc. den für geschmackvolle Lügen und Erzählungen sehr empfänglichen Eingeborenen auf gebunden hatten, natürlich um sich beliebt zu machen und Einfluss zu gewinnen, ohne sich die Vorzüge der samoanischen Sitten und Gebräuche dadurch zu verscherzen. Vielweiberei, obscöne Tänze und sonstige genussreiche Lascivitäten erklärten sie dementsprechend für einwandfrei und gut christlich. Einer dieser falschen Propheten soll sogar einen richtigen „Missionsbetrieb“ geschaffen, eine Kapelle erbaut und darin Gottesdienste mit kirchlichen Gesängen abgehalten haben. Dieser Abenteurer gewann grossen Einfluss, und aus den fernsten Gegenden strömten die leicht bethörten, harmlosen Bewohner herbei, um seinen Geschichten und Lehren zu lauschen, die er zum Teil seinen Erinnerungen an den Religionsunterricht in der Kindheit entlehnte und ausschmückte. Selbst heilige Handlungen, wie das Abendmahl, zog er in den Kreis seiner profanierenden Lästerung. Ein von einem anderen Schwindler bethörtes Weib behauptete, den Gott der Christen in ihrem Leibe zu haben und Wunder thun zu können. Mit ihr wurde den „Gläubigen“ aller mögliche Hokuspokus gemacht, zumal sie behauptete, auch Krankheiten heilen zu können. Das „behexte“ Weib verhiess schliesslich dem Volke, dass Jesus Christus über das Meer zu ihnen kommen werde und die Todten auferstehen würden. Man säuberte alle Grabstätten (die Todten werden, nachdem der Geist durch mehrtägiges Beten mit Gesängen u. s. w. dem Körper entrissen und nach dem Pulotu geflogen ist — auch heut noch — bei ihren Wohnstätten begraben und die Gräber mit rechteckigen Steinhügeln bedeckt) und harrte der grossen Erscheinung, schlachtete Schweine und ass nach Leibeskräften, da man später irdische Speisen nicht mehr nötig haben sollte. Dann wartete das Volk in stummer Spannung tagelang auf den Heiland, hinausstarrend auf das Meer. Erregung, Furcht und Zweifel wuchsen; aber das religiöse Phänomen blieb aus. Die Frau vertröstete auf später, Christus sei verstimmt über einige Ungläubige und Unwürdige, die nicht ernst und geduldig geharrt hätten u. s. w. —
Auch Samoaner, die auf Walfischfahrern grössere Reisen gemacht und dort „Belehrung und Aufklärung“ empfangen hatten, trieben nach ihrer Rückkehr ähnlichen Humbuk, indem sie die erlernten fremden Kniffe und Geschicklichkeiten, sowie Erzählungen von