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Samoa / von F. Reinecke
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Lauf salzige Beimengung, und weiter oben versagen sie nicht selten. Also ist man für die Niederschläge dankbar und leitet sie von den Wellblechdächern in Regentraufen nach den cubischen Eisenbehältern, denen sie möglichst sparsam entnommen werden; denn in der trockenen Jahreszeit versiegen auch diese Quellen manchmal. Dann ist die Not der Bewohner und die Freude der Wasserträger gross. Letztere holen in Wasserwagen das kostbare Nass aus dem Vaisingano oder wo sie es sonst auftreiben, und verkaufen es für schweres Geld; den Himmel um weiteren Segen, d. h. Trockenheit, bittend. Wat dem Enen sin Ul, is dem Annern sin Nachtigall Die mit Kalk weissgetünchten oder bunt angestrichenen Häuser sind im Übrigen recht einfach, meist einstöckig und möglichst luftig gebaut, trotz der Nachteile, die damit in der Regenzeit verbunden sind. Man wohnt *und schläft bei offenen Thiiren und Fenstern und sitzt mög­lichst viel auf der Veranda; denn drinnen ists manchmal fürchterlich.

D<ts Leben in Apia.

So schön und interessant ein Aufenthalt ungebundenen Lebens auf den Samoa-Inseln ist, so einseitig und monoton ist das Loos der Unfreien, in Apia im Besonderen. Wer geistig anspruchsvoll ist oder nicht eine hinreichende PortionWurschtigkeit mitbringt, der wird nicht auf die Kosten kommen oder sicli nur schwer einrichten. Daher ist der Consum an geistiger Nahrung in flüssiger Form er­klärlicher Weise sehr gross, wenn auch kostspielig; denn die Flasche Bier wird in der Kneipe mit 1,50 Mk. bezahlt; sie enthält aller­dings dafür 0,8 Liter und vielGeist. Die meisten Deutschen setzen sich jedoch bald über beide Ausnahmen hinweg und gewöhnen sich daran, die Flasche Pschorr oder Flensburger u. s. w. als Schoppen zu zählen; denn der Durst ist gross und gleicht den Unterschied aus. Diese unbestreitbare Thatsache ist ein wichtiges geistiges Anpassungs­mittel ; sie versagt als solches selten und fördert das kleinstädtische Lebensbedürfnis: denKlatsch in produktiver Weise. Das ist keines­wegs ein Vorwurf für Apia und die Apianer; denn es trifft auch für andere und nichtdeutsche Kolonialplätze zu. Wo der Geist er­lahmt, erwacht der Klatsch, ln anderer Beziehung wird man in Apia auch ohne Alkoholbedürfnis vielfach zum Alkohol seine Zuflucht nehmen wenn man Durst hat; denn das Dachwasser schmeckt, selbst nachdem es schon im Fangreservoir oder im Zimmerfilter ein Reinigungsverfahren durchgemacht hat, doch immer nicht wie richti­ges Trinkwasser, und ausserdem ist es natürlich auch noch lau-