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Pflanzenwuclis; hier ist es besonders fruchtbar und reich an Phosphorsäure und Stickstoff,*) und die fortschreitende atmosphärische Zersetzung in den Bergregionen auf freiliegendem Gestein sorgt, im Verein mit dem abwaschenden Regen, andauernd für Zufuhr neuen Bodens und neuer Nährstoffe. Man darf sich aber keineswegs einbilden, auf Samoa Ackerflächen in unserem Sinne zu finden. Wohl giebt es einige kleine Gebiete in tieferen und höheren Lagen, wo sich eine tiefe Bodenkrume angesammelt hat, aber auch dort ragen meist noch Basaltblöcke darin oder darüber empor, sodass zum mindesten eine Bearbeitung des Kulturlandes mit modernen Geräten schlechterdings ausgeschlossen ist; Pflug und selbst Spaten kennt daher der Pflanzer nicht; Axt, Hacke und Messer sind seine Hilfsmittel zur Reinigung des Bodens und im Kampfe gegen Unkräuter. Dafür erspart ihm die Fruchtbarkeit und Regeneration des Landes die rationelle Bearbeitung und Düngung, und die meisten Kulturgewächse finden sogar in den Gesteinstrümmern nicht nur Festigung, sondern auch noch, für ihre Wurzeln erspriessliche, selbsterschliessende Thätigkeit.
Die Küsten.
Das Hauptinteresse an den Samoa-Inseln gilt den Küstengebieten, welche für Ansiedlungen und Kulturen, wenn aueli nicht allein, so doch in erster Linie, in Betracht kommen. Leider entbehren die Inseln Buchten, die zu sicheren und in allgemeiner Beziehung guten Häfen geeignet wären; denn der Hafen von Apia besitzt nur wenige Vorzüge, aber in mehrfacher Hinsicht erhebliche Fehler und selbst die gegen jeden Seegang geschützte, von hohen Bergwänden umschlossene Bucht von Pangopango auf Tutuila**) ist nicht frei von Schattenseiten. Der Hauptfehler des Hafens von Apia ist seine offene Lage nach Norden, die ihn bei Seegang und Sturm aus Norden gefährlich macht; das östliche Korallenriff ist nur bogenförmig nach Westen vorgeschoben und verschliesst anstehender Dünung nur ein kleines flaches Becken sehr unvollkommen; bei hohem Wogen-
*) Für die Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südsee- Inseln angestellte Boden-Analysen ergaben: Stickstoff stets über
0,2 °/ 0 , durchschnittlich über 0,3 und einige sogar über 0,4 °/ 0 . Phosporsäure von 54 Proben: 3 unter 0,1 °/ 0 , 25 über 0,1, 18 über 0,2 und 8 über 0,3°,/p. Kali relativ gering, im Durchschnitt 0,05°/ 0 . Kalk und: Magnesia im Durchschnitt 0,5 °/ 0 .
**) Vergl. Abbildung S. 7.