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Samoa / von F. Reinecke
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oder den Selterwasserfabrikanten unterstützen will, der in günstiger Lage hinter Apia eine einträgliche Sodawasserfabrik eingerichtet hat, und die Anerkennung verdient, zu billigem Preise mit gutem Fabrikat, einem dringenden Bedürfnis abgeholfen zu haben. Manch­mal versagt aber auch die Selterquelle.

Ausser dem Sodawasserfabrikanten freut sich noch die Kaste der Wasserhändler über die Einrichtung einer regenlosen Zeit. In Fässern und Tonnen holen sie aus den Flussläufen das nicht immer köstliche Nass, um es in Apia für teures Geld ihren Abonnenten zu verkaufen; eine Wagenladung wird mit 610 Mk. bezahlt. Glücklicherweise aber sind lange, ganz regenlose Perioden nicht all- zahäufig; und wer über genügend grosse FangÜächen und Cisternen verfügt und rechtzeitig zu sparen anfängt, pflegt der Hilfe der teuren Wasserlieferanten entbehren und sogar noch unbesorgt sich dem er­frischenden Genuss eines Brausebades hingeben zu können; eine schöne gesunde Einrichtung, die bei keinem besseren Haushalt fehlt.

Leider ist wenig Aussicht vorhanden, dass es gelingen könnte, durch Brunnen der Wassercalamität, die auch auf den Pflanzungen besonders dem Vieh oft recht fatal wird, abzuhelfen; denn es fehlt eben in dem zerrissenen Fundament der Inseln an wasserführenden bezw. undurchlässigen Schichten. Indessen darf man hoffen, dass bei gedeihlicher Entwicklung des Wohlstandes und der Ansiedlung auch eine Anlage zur Herstellung guten salzfreien Wassers aus Meerwasser nicht lange auf sich warten lassen wird, wie sie bereits seit langer Zeit in Port Said, Suez, Aden, Shanghai, Ascension be­stellt. Inzwischen hat die Technik auch hier Fortschritte gemacht und ^ erbesserungen erzielt, welche eine baldige Vereinigung der bisher noch getrennten Prädikate viel, gut und billig erhoffen lassen. Die Methode der Zukunft ist nach Marinestabsarzt Dr. Hubers An­sicht die Destillation mit künstlicher Luftzufiihrung und anschliessender Filtration. Bisher hat man diese Combination noch nicht vollkom­men erreicht.

Bodenverhältnisse*

Das Fundament und Massiv aller Inseln bestellt, wie schon ge­sagt, aus Basalt und basaltischen Verbrennungsprodukten; es ist zerklüftet, wahrscheinlich bis zu grossen Tiefen, und entbehrt fester Schichten. Die äussere Hülle dieser Bildungen, die ursprüngliche Unterlage, auf der heute und seit Jahrhunderten organisches Leben in wunderbarer Üppigkeit gedeiht, kann man sich in drei Haupt­formen vorstellen.