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Samoa / von F. Reinecke
Place and Date of Creation
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hohen Höhlengänge sind stellenweise mit Tropfstein bedeckt, der sich frisch weich anfasst aber schnell erhärtet. In vielen Höhlen leben tausende von Fledermäusen.

Die unterseeischen Schlackengänge lassen mit der Thatsache, dass die nie rastenden Korallentierchen auch innerhalb des Aussen- rilfes fortleben und weiterbauen, darauf schliessen, dass die Inseln säcularen Senkungen unterworfen sind d. h. zeitlich unerkennbar sinken, während das Meer langsam höher an ihnen emporsteigt.

Die Eingeborenen der Inseln gehören zum polynesisclien Rassenstamm, welcher als Zweig der Malayen zu betrachten und den Javanern, sowie den Eingeborenen der Carolinen, Philippinen und Marianen am nächsten steht. Ethnographisch erinnern speziell die Samoaner in mancherlei auch an die Indianer Nordamerikas, mit denen sie vor allem die schier beispiellose Gastfreundschaft und damit übereinstimmende typisch communistische Gewohnheiten gemein haben. Am nächsten verwandt sind sie mit den Tonganern, den Maoris auf Neu Seeland, und den Eingeborenen von Uea, Rarotonga, der Gilbert-Inseln, ferner von Tahiti und Hawaii. Diesen poly- nesisclien Stämmen haben sie einen im allgemeinen robusteren Körperbau voraus. Ihrer eigenen Überlieferung und Ansicht nach stehen sie mit den Maoris in direktestem Abstammungsverhältnis; sie halten sich bezw. Samoa sogar für den Ausgangspunkt der polynesisclien Rasse, was jedoch besonders hinsichtlich des unverkenn­baren Alters des Maori-Stammes in ethnographischer und anthro­pologischer Beziehung als ein wenig berechtigterNationalstolz zu betrachten ist. Auch die Entstehung, und das danach wahrscheinlich relativ geringe Alter der Samoa-Inseln selbst, widerspricht dem ent­schieden (vgl. die Schöpfungsgeschichte).

Topographie.

Wenn auch das Massiv Savaiis sich mehr als ein einheitliches Ganzes darstellt, so entbehrt das bis 1650 m hohe Centralgebirge keineswegs einer gewissen Gliederung, die allerdings vom Meere und von der Küste aus nicht in die Erscheinung tritt. Man erblickt nur überall die hier besonders typischen Formen von Kratern, welche über das Ganze emporragen. Während flache Küstenstriche fast nur auf der nördlichen und östlichen Seite vorhanden sind, und sich auch im Osten einige 1000 m nach dem Innern der Insel aus-