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Deutsch-Samoa.
die Flüssigkeit in der Weise durchgeseiht, daß die Baststreifen an beiden Enden gefaßt, vorsichtig durch dieselbe gezogen, dann zusammengelegt und ausgerungen werden, und zwar dies letztere mit einer ganz eigentümlich unnachahmlichen Hand- und Armbewegung. Nach dem Ausringen wird das Bastbündel mit einigen kräftigen Schlägen ausgeschüttelt, um die darin zurückgebliebenen kleinen festen Bestandteile zu beseitigen, und diese Manipulation wird so oft wiederholt, bis sich keine Rückstände mehr zeigen. Ist dies erreicht, dann ist der Trank, welcher in Samoa für die größte Delikatesse gehalten wird, fertig.
Die eßbaren Früchte Samoas.')
Ehe ich auf die verschiedenen Kochrezepte selbst zu sprechen komme, möchte ich zuvor noch der Früchte Erwähnung tun, deren Anpflanzung schon erwähnt wurde. Im Vordergründe steht die Kokosnuß. In noch nicht überreifem Zustande besteht sie aus dem Fruchtwasser, gewöhnlich Kokosmilch genannt, welches Wort ich jedoch absichtlich vermeide, erstens, weil es nämlich gar nicht wie Milch aussieht, sondern höchstens wie milchig getrübtes Wasser, während der aus dem Kokoskern ausgepreßte Saft genau so weiß wie Milch aussieht. Diesen nenne ich daher aus selbem Grunde Kokoskernsaft, welcher so dargestellt wird, daß man den die reife Nuß innen auskleidenden, ca. 1 em dicken harten Kern klein schabt und dann aus dem Geschabsel den Saft mit dem Seiher auspreßt. Dieser Kokoskernsaft bildet infolge seines reichen öligen Gehaltes die Grundlage der meisten Speisen, und ist am besten unserer Butter oder dem Schmalz zu vergleichen. Die Kokosnüsse werden indes häufig auch in jüngerem Zustande angewandt; sie heißen sehr jung Mu'amu'a, halbreif Mamata, wenn sie von den Bäumen fallen Matali oder Popo, letzteres wenn der Kern dick und fest ist, während derselbe im halbreifen Zustande nur sehr dünn und mit dem Nagel abkratzbar ist. In diesem Zustande ist sowohl das Fruchtwasser als auch der Kern zum Rohessen, am besten. Jenseits der Reife hingegen schwindet das Fruchtwasser völlig und an Stelle desselben tritt der süße weiße Schwamm, dem der junge Trieb entsproßt. Wie wichtig die Kokosnuß im samoanischen Haushalte ist, beweisen auch die zahlreichen Worte, die sich auf sie beziehen.
Das Pflücken von den hohen Palmen geschieht nun so, daß ein Mann sich eine Schlinge um beide Füße legt, mittels welcher er den Stamm hinaufzuklimmen vermag. Er reißt die Nüsse von den Stielen los und läßt sie Hinabfallen, worauf sie dann mittels des Spaltestocks ihrer Hülle entledigt werden. Während also der Kokoskernsaft für das Kochen von größter Bedeutung ist, wird das Fruchtwasser meist weggegossen. Es findet nur zu wenig Gerichten Verwendung.
st A. Kraemer: »Die Samoainseln", Bd. II, S. 144. (E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung (E. Nagele), Stuttgart 1903.) ^