b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 293
hindert, ein vorzügliches, verhältnismäßig weiches, kühles und gesundes Lager geschaffen, welches trotz des harten Materials unseren Polster- lagerstätten kaum nachsteht, in diesem Klima denselben sogar vorzuziehen ist.
Der gewöhnliche Hausrat besteht nur aus Matten, welche auf dem Fußboden über die Steine gebreitet werden, aus Tapavorhängen, welche nachts zum Schutze gegen die Moskitos und zur Abtrennung der verschiedenen Schlafstätten dienen, und den allerdings sehr harten Kopfkissen. Diese nähern sich dem japanischen Modell und bestehen aus einem wage- recht liegenden Stück Bambusrohr von 6—12 om Dicke, das durch kleine Füße auf eine Höhe von 16 am gebracht ist. Von diesen Kopfkissen giebt es kurze einschläfrige und bis zu IV 2 rn lange, welche für mehrere Personen bestimmt sind. Kochgeschirr ist nur selten vorhanden und dann auch nur solches europäischen Ursprungs, da die Samoaner die Speisen ebenso wie die Tahitier zwischen erhitzten Steinen bereiten und die dazu erforderlichen Gefäße in grünen Blättern bestehen.
Bereitung der Kawa.' )
In der Mitte zwischen den beiden Männern sitzen mit untergeschlagenen Beinen die Mädchen, vor sich die aus einem einzigen Stück Holz geschnittene Kawabowle, eine mit vier kräftigen Füßen versehene runde Schüssel von etwa 50 em Durchmesser. Ehe die Männer Platz nehmen, reichen sie noch den Mädchen in Kokosnußschalen frisches Wasser, mit welchem diese sich, dabei ihre schönen weißen Zähne zeigend, den Mund ausspülen und die Hände waschen. Dann schneiden die Männer mit einem Messer kleine Stücke von einer weißlichen Wurzel sUiper ornri) ab, welche von den bequem und etwas in sich gesunken dasitzenden Mädchen in den Mund gesteckt und gekaut werden. Anfänglich ist die Arbeit des Kauens kaum zu bemerken, die kleinen Stücke mehren sich aber und die Unterkiefer müssen einen immer größeren Bogen beschreiben, bis der Mund die Masse nicht mehr bewältigen kann, die während des Kauens geschlossen gehaltenen Lippen sich öffnen, ein breiiger Kloß von über Wallnußgröße in die untergehaltene Hand und von dieser in die Schüssel fällt. Sobald eine genügende Anzahl solcher Klöße beisammen ist, waschen die Mädchen sich wieder Mund und Hände, den Mund jedenfalls, um den beißend bittern Geschmack der Wurzel einigermaßen zu beseitigen, und nun beginnt die in der Mitte sitzende, aus dem Brei das Getränk zu bereiten. Nachdem einige Kokosnußschalen Wasser dazugegossen, wird das Ganze mit den Händen solange durchgearbeitet, bis eine vollkommene Vermischung erreicht ist und das Getränk eine hellgraue Farbe angenommen hat. Dann wird ein Bündel zusammengereihter Baststreifen zur Hand genommen, und mit diesem, ähnlich wie mit einem Schwamm,
U B. von Werner: „Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee", S. 238.