d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 275
Abbruch gethan, daß sie ihre Zähne mit Hülfe einer stark salmiakhalügen Erde dauernd schwarz färben. Gestalten von herkulischem Wuchs trifft man selten, die Mehrzahl ist von mittlerer Größe und tadellos ebenmäßigem Körperbau. Die Weiber sind um vieles kleiner, reichen dem Mann für gewöhnlich nur bis zur Schulter und haben Neigung zu volleren Formen. Breite Nasen und wenig gewulstete Lippen können als Regel betrachtet werden, aber zahlreiche Ausnahmen lassen auch ein durchaus edles Profil gewahren. Die Weiber haben durchweg schwarzes, glattes Haar, das seitlich zu einem einfachen Knoten über dem linken Ohr aufgesteckt wird. Das Haar der Männer ist nur bei einem Teil gleichfalls lang und glatt und wird dann zusammengenommen und zu einem Bausch auf dem Hinterkopf befestigt, ein anderer Teil hat krauses Haar, dem die Schmiegsamkeit fehlt und daher, selbst wenn es 30 bis 40 ein lang ist und dicht am Hinterkopf zusammengebunden wird, mit den freien Enden als wirrer Haufen horizontal absteht. Der Bartwuchs des Mannes ist für gewöhnlich spärlich, außerdem verlangt die Sitte, daß alle Schnurrbarthaare durch Ausreißen entfernt werden. Die Hautfarbe spielt bei den einzelnen Individuen vom gelblichen Braun in ein dunkles Chokoladenbraun hinüber, ist aber immer durch ihren schönen warmen Ton ausgezeichnet. Eintrag thut der natürlichen Hautfärbung eine Einreibung des ganzen Körpers mit Reng, d. h. einer Paste aus gepulverter Curcumawurzel und Kokosöl. Sie giebt der Haut aller erwachsenen Individuen eine gelbe Tönung.
Die Vegetation des Wildlandes auf Aap.*)
Die Vegetation, die auf dem gesamten zentralen und gebirgigen Grundstock Japs auf wenigstens dreiviertel der Fläche der Insel zur Entwicklung gelangt, sticht gegen die des Kulturlandes ganz auffällig ab, so auffällig, wie ich es auf einem verhältnismäßig doch so kleinen Raum nie für möglich gehalten habe. Das Kulturland zaubert uns, wenn auch immerhin in bescheidener Fülle, einen Tropenwald vor. Die Hügelwellen und Berge, die von einem Küstenraum abgesehen das ganze Innere einnehmen, stellen eine Steppe dar, die in den Provinzen Tomill und Gaguill stellenweise auf eng umschriebenem Areal geradezu den Charakter einer Wüste annimmt. Werfen wir wieder von einem der höchsten Berge einen Blick auf die Insel, so sehen wir einwärts der Mangrove das Kulturland als dunkelgrün getönten Saum sich längs der Küste ausdehnen. Nur gelegentlich verraten ebenso gefärbte größere und kleinere Tupfen das Vorhandensein von Kokosbeständen auch in kessel- «rügen Senkungen des Innern, im übrigen aber schweift das Auge über
Pros. Dr. G. Volkens: „Ueber die Karolineninsel Aap", Verh. der Ges. für Erd! 1901. S. 30.