270 Die Karolinen, Marianen und Palauinseln.
vorübergerast war, als ob ein Feuerherd über die Insel dahin- gefahren sei.
Die Vegetation des Kulturlandes auf Jap?)
Ich schicke voraus, daß ich das Wort an dieser Stelle in etwas beschränktem Sinne gebrauche, indem ich darunter die Zone verstehe, innerhalb derer die Eingeborenen ihre Wohnplätze haben, eine Zone, die einen mehr oder weniger breiten Küstensaum darstellt und sich nur da tiefer ins Land erstreckt, wo Buchten einspringen oder von kleinen, periodischen Bächen durchstoßene Thäler nach dem Meer zu sich öffnen. Das Kulturland in diesem Sinn wird seiner Vegetation nach in den Büchern gewöhnlich Palmenhain oder auch Brotfruchtwald genannt, was wohl andeutet, daß wir es mit einem Gebiet waldartigen Charakters zu thun haben, daneben aber die Vermutung rechtfertigt, daß hier eine durchaus künstliche, nur von Menschenhand geschaffene Pflanzenformation herrsche. In Wahrheit durchdrängen sich Kunst and Natur. Kokos- und Betel- Palmen, Brotfruchtbäume, Bananen, Papayen, Limonen, Jambusen und Baumstachelbeeren sind in einen starkgelichteten, niederen Wald hineinversetzt und gewähren zusammen mit nutzlosen Bäumen — von denen ich Banian- und Würgerfeigen, Terminalia, Cerbera, Serianthes, Cyno- metra und Erythrina nenne — zusammen mit Sträuchern, Kräutern und vereinzelten Lianen das Bild eines stark verwilderten Parkes oder auch Gartens, der scheinbar ohne jede menschliche Pflege aufschießt. Da und dort sind Lichtungen in diesem Parke, der durch die Kokospalme seine Signatur erhält. Sie werden ausgefüllt einerseits durch die Gehöfte und wenige größere Versammlungshäuser der Eingeborenen, andererseits durch Pflanzungen von Knollgewächsen, unter denen Taro und eine andere, Lack genannte, wunderbar dekorativ wirkende Aracee (6yr8lo8p6rwu eänltz 8elwtt), mit meterbreiten und drei Meter langen Blättern in erster Linie steht. Von den Holzgewächsen des Kulturlandes, die nicht angepflanzt, also ursprünglich sind, ist der verbreitetste der Boeubaum (IvoarpuL säulich und als wichtig auch darum anzuführen, weil er in den Zeiten der Not, die auch diesem sonst so gesegneten Eiland keineswegs unbekannt ist, mit seinen handtellergroßen, flachen Früchten ein mehlreiches Nahrungsmittel bietet.
Die Tierwelt. 2)
Nur drei Säuger weist die Fauna Japs auf, einem fliegenden Hund, eine Ratte und eine Maus; die Vögel, wenn wir von den auch nicht
0 Pros. vr. G. Volkens: „Ueber die Karolineninsel Jap", Verh. der Ges. für Erdk. 1901 S. 65.
2) Pros. vr. G. Volkens: „Ueber die Karolineninsel Jap", Verh. der
Ges. für Erdk. 1901 S. 67.