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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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263
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IV. Die Karolinen, Marionen und Palauinseln

a) Allgemeine Beschreibung des Landes.

Lage. Erwerbungsgeschichte. Bodenbeschaffenheit.

Westlich vom Marshallarchipel erstreckt sich in langer, über 25 Längengrade reichender Kette die Gruppe der Karolineninseln. Hieran schließen sich wiederum im Westen die Palauinseln, während wenige Breitengrade nördlich von den West-Karolinen die Gruppe der Marianen oder Ladronen gelagert ist.

Schon im Jahre 1885 machte Deutschland den Versuch, die Karolinen­inseln in Besitz zu nehmen, stieß aber auf den Widerstand der Spanier, welche ältere Rechte geltend machten. Der Papst, dessen Vermittelung angerufen wurde, entschied zu Gunsten der spanischen Oberhoheit; doch erhielt Deutschland das Recht zur Anlage einer Kohlen- und Flotten- station. Durch einen Kaufvertrag vom 30. Juni 1899 gingen indessen diese Gruppe sowohl wie auch die Palau und die Marianen smit Ausnahme von Guam) an Deutschland über.

Die Karolinen und Palau haben einen Flächenraum von 1600, die Marianen von etwa 600 Die Marianen und Palauinseln, sowie

die Karolineninseln Kusaie, Ponape, der Rukarchipel und Jap sind Hochinseln, also vulkanischen Ursprunges. Den Jnselkern bilden meist Basalte, die nicht selten von einem Panzer aus gehobenen Korallen- kalken umschlossen werden. Auf Ponape erhebt sich der Tolokomeberg bis zu einer Höhe von fast 900 in. Auch die Marianen zeigen vielfach ansehnliche Erhebungen, doch sind die Vulkane, wie es scheint, sämtlich erloschen.

Alle übrigen Inseln und Gruppen sind korallinischen Ursprungs und weisen die Form der Atolle auf.

Klima. Gesundheitsverhältnisse. Pflanzen- und Tierwelt. Bevölkerung.

Das Klima ist tropisch, die Temperatur gleichmäßig und durch die Seewinde gemildert. Der Regenfall ist bedeutend sauf Jap z. B. 2500 nun); die Regenzeit umfaßt die Monate Juni bis Oktober. Während der Trockenzeit weht der Nordost-Monsun; die Regenzeit ist die Zeit der wechselnden Winde. Während des Ueberganges von der Regen- zur Trockenzeit sNovember) treten häufig heftige Orkane auf.