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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Die Marshallinseln.

dem weißen Händler, der gerne einen guten Preis für den in der Tat sehr schmackhaften Fisch zahlt.

Die Bedächtigeren haben sich beizeiten einen Korb geflochten und äm bringen kleine Netze mit; andere benutzen ihre Strohhüte, die Mädchen streifen ihre Matten ab, wieder andere spießen die Tierchen sehr geschickt tdi,

mit ganz kleinen Speeren oder betäuben sie durch einen Schlag.

In Ermangelung von Körben oder Taschen schiebt man die Köpfe der Sardinen zwischen die blendend weißen Zähne, bis oft acht ja zehn nch glitzernde Schuppenleiber aus dem Munde hängen.

Bei solchem Fischfänge fallen alle Standesunterschiede. Jeder ist tsi gleichberechtigt und stimmt in den allgemeinen Jubel ein. Kabua springt tgm

ebenso aufgeregt und ausgelassen umher, wie der sonst so ernste Missionar rmr

oder der unfreie Kayur, der nachher einen Teil seiner Beute als Tribut tuäi

entrichten muß. Vier bis fünfhundert Pfund Fische ist der ungefähre ZrA

Ertrag eines derartigen Fanges.

Auf ähnliche Weise wird der sechs bis acht Pfund wiegendez^llorv- -not

tuil" (seines gelben Schwanzes halber so benannt) gefangen; nur daß Haü

man ihn mit Kanus aufsucht und von größeren Entfernungen dem Lande 36 m

zutreibt. Eine, zwei Kanus verbindende, auf der Wasserfläche schwim- -mk

mende Schnur genügt; denn merkwürdigerweise springt wohl einer oder nöo

der andere der Fische über die Schnur zurück, unter derselben hinweg gZcm

schwimmt er jedoch nicht.

Andere der buntfarbigen Bewohner der Lagune werden mittels eines sZm aus Perlmutterschale verfertigten Angelhakens gefangen. Manche dar- unter sind zart und wohlschmeckend, viele aber so giftig, daß ihr Genuß ! Hnm heftige Krämpfe verursacht, die ohne die schnelle Anwendung energischer rschs

Gegenmittel häufig mit dem Tode enden. ^

Die Phosphatlager von Nauru.')

Unser kleinstes Schutzgebiet, die M a r s h a l l - I n s e l n , hat einen N3M Flächeninhalt von nur 400 der sich auf eine große Anzahl von noü

Atollen verteilt, die mit wenigen Ausnahmen Laguneninseln sind und 6uu

eine einheimische Bevölkerung von etwa 15 000 Seelen ausweisen. Zu uZ

diesem Schutzgebiet gehört die 0,26 südlicher Breite und 166,56 östlicher rZchil

Länge liegende Insel Nauru. Während die Atolle eine Bodenerhebung gnuck

von kaum 15 Fuß über den Hochwasserspiegel haben, ragt Nauru etwa ocuts

75 m empor. Aus gewaltigen Meerestiefen steigt die fast kreisrunde Zäum

Insel in einem Winkel von 45 Grad auf und bildet einen abgeflachten N3tchi

Kegel, dessen Flächenausdehnung etwa 2000 Hektar beträgt. Rings um nm s

die Insel zieht sich in einer Breite von 6090 m ein Riff, dann folgt ein nis h

etwa 100 m breiter Gürtel ebenen Landes, auf dem die Kokospalme üppig 8^^

') Aus Nr- 7 der Deutschen Kolonialzeitung 1908.