b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 207
Am Augustafluß sind die Pflanzungen bis zu einem Viertelmorgen groß. Dort wird selten Waldland dazu benutzt, sondern meist der von wildem Zuckerrohr bestandene Loden. Die Anzahl der Pflanzungen ist sehr groß. Vortreffliche Plantagen haben die Eingeborenen in der Landschaft zwischen Ama und Gabarun in der Nähe des Kap Croisilles; sie sind dort meist von bedeutender Ausdehnung. In Berggegenden, wo die schmalen Kämme nicht Raum genug für die Pflanzungen gewähren, sind sie oft an so steilen Abhängen angelegt, daß an ihre Bebauung durch Europäer nicht zu denken wäre. Am häufigsten findet man in den Pflanzungen Taro, Aams, Bananen und Zuckerrohr, seltener Tabak.
In der Zeit vom März bis August wird Taro gebaut, dann kommt die Zeit des Iams, der schon im November blüht. Mais wird, wie bisher bekannt geworden, von den Eingeborenen nur am Venushuk gebaut; er ist wie der an der Südostküste vorgefundene eingeführt. In Verbindung mit Iams wird Tabak gebaut. Ferner kultiviert man eine Art kleiner Bohnen, Zuckerrohr, Flaschenkürbis, eine Art Gurken, auch eine Meldeart (LlaranIduL). Die zuletzt erwähnten Pflanzen werden alle in Gärten gezogen.
Tabak und Betel?)
Tabak ist ohne Zweifel eine auf Neu-Guinea einheimische Pflanze. Auch er wird in Gärten in der Nähe der Häuser gebaut, besonders häufig an der Nordostküste. Man zieht ihn zuerst regelrecht in Saatbeeten auf; sind dann die Pflänzlinge etwa 20 em hoch, so werden sie in einer Entfernung von 50 ew von einander eingepflanzt, bisweilen sogar angehäufelt. Fängt die Pflanze an zu blühen, so pflückt man die Tabakblätter nach und nach ab und reiht sie auf dünne Rottangstäbchen auf. Kein Tabak wird am Adolf-Hafen gebaut, viel dagegen am Augusta- Fluß, Dallmann-Hafen und an anderen Orten. Der Papua-Tabak bildet in Rollen einen Teil des Tauschhandels der Eingeborenen. Man raucht die in der Sonne oder auch am Feuer getrockneten Blätter in Form einer Cigarette. Als Deckblatt dient ein Bananen-, häufiger noch ein Baumblatt. Feuer muß bei der Art Cigarette der Papua immer bei der Hand haben, sonst widerfährt es ihm zu oft, daß er „kalt raucht", denn die auf solche Art gewickelten Cigaretten glimmen sehr schlecht.
An weiteren Genußmitteln ist allgemein der Betel bekannt. Die etwa walnußgroßen gelben oder grünen Früchte der Betelpalme reifen in Büscheln. Die Papua entfernen zunächst die Faserhülle der Früchte und genießen dann den inneren Kern mit der Zuthat von pulverisiertem Kalk, den sie aus gebrannten Korallen gewinnen. Der erfrischende Nachgeschmack ist das Beste am Betel. Der Geschmack an sich ist beißend und säuerlich und zieht das Zahnfleisch zusammen, ähnlich wie Alaun,
') vr. Krieger, „Neu-Guinea", S. 215.