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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Kaiser Wilhelmsland.

Herkunft des hier lebenden Menschen zusammenhängt, eine Frage, welche eine. viel größere Bedeutsamkeit hat, als es vielen scheinen dürfte. Auf Grund des Vorhandenseins von Hunden als Haustier hat die Annahme Berechtigung, daß die Papuas überhaupt ein eingewandertes Volk sind. Ueber das WortWoher" will ich hier indes weiter keine Betrachtungen anstellen. Der Papuahund, in VonguSsa" genannt, gehört übrigens jener eigentümlichen Rasse an, wie sie sich allenthalben in Neu-Guinea findet, und die sich am meisten mit einem kleinen Dingo vergleichen läßt. Er ist glatthaarig, von kleiner, unansehnlicher Statur, hat einen fuchs- ähnlichen Kopf, aber mit stumpfer Schnauze und aufrechtstehenden, spitz­gerundeten Ohren. Der Schwanz ist stark nach links gedreht, wird aber beim Anblick eines Fremden aus Furchtsamkeit meist hängend getragen. Die Färbung variiert außerordentlich, und schon hieraus spricht die lange Domestikation am deutlichsten. Im allgemeinen herrscht eine rostfahle Färbung vor, mit weißer Schnauze, Stirnmitte, Kehle, Bauch und Schwanzspitze; aber es giebt auch dunkelbraune Exemplare, solche mit weißem Kopfe und schwarzgefleckte, kurzum nicht zwei Exemplare sind völlig gleich. Eine besondere Eigentümlichkeit des Papuahundes ist, daß er nicht bellt, sondern nur heult; aber ich hörte die Hunde in Astrolabebai nicht jene regelmäßigen Heulkonzerte aufführen, bei dem sich alle Hunde vereinigen und welche nicht gerade zu den Annehmlichkeiten von Port Moresby ge­hören. Der Papuahund ist übrigens von scheuem, feigen Wesen, sehr diebisch und schon wegen seiner geringen Größe nicht zur Jagd geeignet, wie er kein guter Wächter ist. Gewöhnlich pflegen sich bei Annäherung von Fremden die Hunde des Dorfes lautlos wegzuschleichen.Wie der Hund, so der Herr" gilt auch für Neu-Guinea, insofern, als beide keine Jäger, wohl aber Vegetarianer sind. Wie sein Herr nährt sich der Papuahund vorzugsweise von Pflanzenstoffen, frißt z. B. mit Vorliebe Kokosnuß, und sein bei den Papuas so sehr beliebtes Fleisch mag in­folgedessen wohl nicht übel schmecken. Man hält den Hund eben des Essens wegen. Hunde und Schweine werden übrigens nur bei Festen aufgetischt, welche die Papua sehr lieben und mit großer Beharrlichkeit, oft mehrere Tage lang, feiern.

Häuser an der Nordküste, i)

Unter Führung der Eingeborenen marschierten wir über schönes, fruchtbares Grasland nach ihren Niederlassungen, die an der Westseite von Gauß-Bucht liegen, da Dallmann-Hafen, mit Ausnahme von ein paar Häusern, unbewohnt ist. Unweit dieser Siedelungen in Gauß-Bucht mündet ein hübscher, leider unzugänglicher Fluß, der Herbert. Treffliche Kultivationen, in denen hauptsächlich Bananen und Tabak (Sagum) ge-

') Dr. O. Finsch:Samoafahrten", S. 307.